Vorsorge

Tipps für unterwegs

Urlaub ist nur schön, wenn man gesund ist.
Klima- und Zeitumstellung muss der Körper verarbeiten. Impfungen können wichtig sein. Und die Beherzigung von einfachen Grundregeln. Es muss nicht sein, dass man sich z.B. durch unvorsichtigen Umgang mit Leitungswasser eine Magen-Darminfektion einfängt. Mit einem Pullover im Handgepäck lassen sich schon im Flieger Verkühlungen unter Einwirkung der Klimaanlage vermeiden.
Beginnen Sie rechtzeitig, am besten schon 2–3 Monate vor Reiseantritt, sich über die an Ihrem Reiseziel benötigten Impfungen und Gesundheitsrisiken zu informieren.


1. ESSEN

Wichtigste Grundregel zur Vermeidung von Cholera, Typhus, Hepatitis A und Durchfällen: Essen Sie nichts Ungeschältes, Ungekochtes oder Ungebratenes. Verzichten Sie auf Salate, ungeschältes Obst, Speiseeis und Eiswürfel. Mangelnde Ess- und Trinkhygiene sowie schlecht aufbereitetes Trinkwasser (Eiswürfel) können die genannten Krankheiten  verursachen. Zur Entkeimung von Trinkwasser (auch zum Zähneputzen) stehen Micropur® Tabletten und Certisil® Tabletten zur Verfügung. Zur Aufbereitung von Trinkwasser in größeren Mengen können Pumpen eingesetzt werden, z.B. Katadyn®.


2. MÜCKENSCHUTZ

Ein guter Mückenschutz, ein Moskitonetz sowie langärmelige und helle Arm- und Beinkleidung reduzieren das Risiko, von Anopheles-Mücken (Überträger der Malaria) gestochen zu werden. Diese stechen meist in der Dämmerung und nachts. Allerdings sind die Überträger von Dengue- und Gelbfieber auch tagsüber aktiv. Ein gutes Repellans wie z.B. Autan® oder Nobite® bietet hier Schutz.


3. STEHENDE GEWÄSSER

Laufen Sie in den Tropen nicht barfuss und baden Sie nicht in stehenden Gewässern. Über die Fußsohlen und die Haut können Würmer und Schnecken in den Körper gelangen und Krankheiten verursachen.


4. NACH DEM URLAUB

Informieren Sie Ihren Hausarzt im Krankheitsfall und bei Routineuntersuchungen über die Auslandsaufenthalte der letzten sechs Monate.

Von Claudia Manna, Apothekerin für Offizinpharmazie und Arzneimittelinformation.


Impfungen

CHOLERA

Cholera-Erreger können durch verunreinigtes Wasser in den Magen-Darm-Trakt des Menschen gelangen und starke Durchfälle verursachen. Primäre Hygienemaßnahmen stehen hier im Vordergrund: "Peel it, cook or boil it or forget it!" (schälen, kochen oder bleibenlassen). Inzwischen gibt es ein Präparat (Dukoral®), das vorbeugend gegen Cholera und Reisedurchfall (ETEC) eingenommen werden kann.


DENGUE-FIEBER

"Knochenbrecherfieber" Ist eine virale Infektion, die durch Stechmücken übertragen wird. Schutz vor Stichen bieten Moskitonetze, langärmelige, helle Kleidung und Repellantien. Dengue-Fieber äußert sich meist mit grippeähnlichen Symptomen und hohem Fieber. Flüssigkeitsersatz, aufmerksame Pflege und ärztliche Betreuung sind dann dringend geboten.


DIPHTHERIE

In den Entwicklungsländern, insbesondere den Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR, wird über eine Zunahme der Diphtherie berichtet. Die Impfung kann sehr gut mit der Tetanus-Impfung kombiniert werden. Die Schutzdauer beträgt ca. zehn Jahre.


GELBFIEBER

Einige Länder machen die Gelbfieberimpfung zur Einreisebedingung. Die WHO empfiehlt die Impfung grundsätzlich für alle Gelbfieberinfektionsgebiete - zu erfragen unter www.rki.de oder www.who.int. Die Impfung darf nur von Gesundheitsämtern und autorisierten Tropenmedizinern vorgenommen werden. Diese Liste können Sie unter www.impfen.de einsehen.


HEPATITIS A – REISE-HEPATITIS

Gutartige, virale Leberentzündung. Es gibt einen Mono-Impfstoff (HavPu®r, Havrix®, Vaqta®), der auch noch kurz vor der Abreise verabreicht einen hohen Impfschutz aufbaut. Eine Auffrischung nach 6-12 Monaten ist für den Langzeitschutz anzuraten. Ebenso sinnvoll ist die Kombinationsimpfung A und B (Twinrix®), die allerdings nach einem anderen Schema zu impfen ist und rechtzeitig begonnen werden sollte.


JAPANISCHE ENCEPHALITIS

Wird durch Stechmücken übertragen, allerdings besteht nur ein geringes Risiko für Reisende. Ein Impfstoff ist nur in USA und Kanada zugelassen und muss importiert werden. Empfohlen wird er für Asien-Reisende, die sich länger als vier Wochen in ländlichen Endemiegebieten aufhalten.


MENINGOKOKKEN-MENINGITIS

Reisenden in endemische Gebiete (tropisches Afrika) wird der tetravalente Impfstoff (Nimenrix) empfohlen. Für Pilger nach Saudi-Arabien ist die Impfung Pflicht, Impfschutz gültig ab 10 Tage nach Impfung und für 3 Jahre.


POLIO – KINDERLÄHMUNG

Liegen laut STIKO eine generelle Grundimmunisierung vor sowie vier oder mehr dokumentierte Polio-Impfungen, muss nicht mehr aufgefrischt werden, außer bei Reisen in ein Infektionsgebiet. Mehr Information unter www.rki.de.


PEST

Wird durch Ratten und Flöhe auf den Menschen übertragen. Einen Impfstoff gibt es nicht, aber die Krankheit kann gut mit Antibiotika behandelt werden.


POCKEN

Gelten als ausgerottet und Impfungen werden nirgendwo verlangt. Nur im Notfall (bei Einsatz der Pockenviren als Biowaffe) ist die Impfung indiziert.


TETANUS – WUNDSTARRKRAMPF

Die Impfung gehört zu den Schutzimpfungen, die jeder machen und regelmäßig auffrischen sollte. Der Impfstoff wird meist als Kombinationsimpfung mit Polio und Diphtherie verabreicht.


TOLLWUT

In Asien und Afrika kommt es immer wieder zu Todesfällen durch den Biss oder engen Kontakt zu tollwütigen Tieren. Reisenden, die mit Tieren in Kontakt kommen können (Campern, Rucksacktouristen und Wanderern) wird eine Prophylaxe bestehend aus drei Impfdosen empfohlen. Man muss rechtzeitig (1 Monat vorher oder noch früher) beginnen. Ist man nicht geimpft und wird von einem tollwutverdächtigen Tier gebissen, sollte man sich sofort bei der Deutschen Botschaft oder der Lufthansa nach einer Behandlungsmöglichkeit erkundigen. Eventuell kann die sofortige Rückreise zur Behandlung nach Deutschland notwendig sein.


TYPHUS

Die wichtigste Prophylaxe bleibt die Vermeidung von Leitungswasser, Eiswürfeln und rohen, ungegarten Früchten, Salaten und Meerestieren. Impfstoffe stehen in zwei Formen zur Verfügung: zum Einnehmen (Typhoral®, Vivotif®) und als Injektion (Typherix®, Typhim®).

Text: Claudia Manna, Apothekerin für Offizinpharmazie und Arzneimittelinformation.


Malaria

Malaria wird durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen. Insgesamt gibt es vier verschiedene Plasmodien- Arten, die die fieberhafte Malaria tropica, Malaria tertiana und Malaria quartana hervorrufen. Resistenzen gegen Malaria-Medikamente breiten sich weiter aus. Einen Schutz vor Mückenstichen bieten Insektizide, Moskitonetze und langärmelige, helle Arm- und Beinkleidung. Die Deutsche Tropengesellschaft DTG empfiehlt für nur wenige Länder die Chemoprophylaxe - je nach Reiseziel - mit Doxycylin (ist in Deutschland als Malariaprophylaxe nicht zugelassen), Malarone®, Resochin® oder Lariam®. Die oben genannten Arzneimittel sowie das 2001 zugelassene Riamet sind auch als Standby-Medikamente je nach Reiseziel empfohlen.

Aktuelle Informationen finden Sie unter www.dtg.org oder Sie fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Text: Claudia Manna, Apothekerin für Offizinpharmazie und Arzneimittelinformation.