Reiseberichte

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Genuss-Skitouren zwischen San-Bernardino-Pass und Splügen

Lesen Sie hier den Erlebnisbericht von unserer Mitarbeiterin Elisabeth aus der Alpenabteilung.

Verletzungsbedingt hatte ich diesen Winter erst eine Skitour in den Beinen, daher ist die Vorfreude auf die Skitourenwoche in Splügen bei mir doppelt groß. Für mich kann der Winter jetzt gerne richtig beginnen. Genuss-Plus ist gerade genau das Richtige für mich, aber eine gute Grundkondition ist auch hier erforderlich und die bringe ich bereits wieder mit.

Sonntags erreiche ich nachmittags das Hotelbodenhaus, welches zu den ältesten und bekanntesten Hotels in Graubünden zählt. Dicke Steinmauern und Steinquader prägen das Ambiente des Hauses, ich bin beeindruckt.

Ich nutze die Zeit für einen kurzen Saunabesuch und Plantschen im Swimmingpool, beides nur den Hotelgästen vorbehalten. Um 18 Uhr Treffen auf die Gruppe, ich bin schon neugierig. Kurt, der Bergführer und alle Teilnehmer stellen sich kurz vor und der Hotelier begrüßt uns persönlich und erzählt ein bisschen über die Geschichte des Hauses. Danach genießen wir alle das gute Abendessen und die Plauderei geht auch schon los.

Am Montag verschiebt Kurt die Abfahrt auf 9 Uhr, aber o weh, o jeh... es regnet noch immer. Ein großer LVS Check und dann marschieren alle tapfer und tief vermummt durch den Wald los. Der Niederschlag hört langsam auf und unser Durchhaltevermögen wird belohnt. An den Surettaseen kommt langsam die Sonne durch und bei der Abfahrt werden wir vom Pulverschnee verwöhnt. Ein kurzes Stück tragen wir die Skier durch den Wald und schon sind wir unten. Unsere zwei Cracks, Vater und Sohn, toben sich auf der Langlaufloipe aus. Gut so, dann genießen auch sie am Folgetag das relaxtere Tempo. Alle anderen genießen die Pause im Zimmer, in den Loungen oder im Saunabereich. Abends werden wir wieder verwöhnt, eine gelungene Mischung von Schweizer und Internationaler Küche.

Dienstags, kurze Fahrt mit dem Hotelbus nach Hinterrhein. Bei Sonnenschein landschaftlich schöner Aufstieg über die Chilschalp-Böden, zwischendurch gibt es mal ein paar kurze und heftige Windböen. Kurz unterhalb der Wengillücke ist Schluss, ganz oben wütet ein Sturm. Die Sonne hat den Schnee bereits etwas aufgeweicht, oben ist es aber noch super und wir kurven hier noch in schönen Girlanden runter. Weiter unten sieht unsere Skitechnik nicht mehr so gut aus und auch so manche Delle macht sich im Schnee breit.
Wir genießen die Sonne und warten auf den Hotelbus. Ein Anruf bei Kurt vom Summit Chefbergführer Manfred, ob bei uns alles in Ordnung ist. Ich grinse in der Sonne und denke mir, was soll hier nicht in Ordnung sein? Erst später bekommen wir mit, dass fasst überall orkanartige Stürme wüten, auch in München. Wir haben echt Glück und jeden Tag sollte es noch besser werden. Ich sag´s ja immer, „wenn die Engerl reisen“. Wegen des Sturms mussten etliche Skitouren vom Verlauf her geändert werden. Im Summit Büro war daher viel los, mein Dank gilt hier auch meinen Kollegen, die diese Woche viel Mehrarbeit hatten.
Heute führt kein Weg an der einladenden Hotelterrasse vorbei. Thomas bestellt sich ein „Eingeklemmtes“, ich muss lachen... was ist denn das? Für alle Neugierigen, einfach hinfahren! Was für nette Wörter die Schweizer doch für's Essen und Trinken haben, da stellt sich der Genuss schon bei der Bestellung ein. Auch abends hört man eigenartige Begriffe, ein "Chübel", "Stange" oder "Herrgöttli" werden bestellt, nur der Inhalt ist immer gleich, nämlich Bier.

Am Mittwoch erleichtert die Bergbahn den Aufstieg, unsere zwei Cracks stehen früher auf, sie gehen die 700hm zu Fuß über die Piste hinauf. Von der Tamboalp Aufstieg über das landschaftlich schöne Gebiet, wir sind alleine unterwegs. Die Sicht ist nicht gut und am Gipfel ist es stürmisch. Bei der Abfahrt nützen wir die Sonnenfenster für unsere Abfahrtsgirlanden in herrlichem Pulver, die kurzen Wolkenabschnitte nützen wir für Pausen - unsere Muskeln sagen „danke“!
Genuss-Plus ist das Motto der Skitourenwoche, daher macht mal der eine oder andere Teilnehmer einen Tag Pause. Zahlreiche Kunst- und Naturerlebnisse bieten sich in der Nähe an: die moderne Kirchenarchitektur der Steinkirche in Casis oder die berühmte Bilderdecke aus dem 12.Jhd., die Rofflachschlucht und die Via Mala, und und und…

Am Donnerstag ist das ehemalige Pistengebiet am San Bernadino dran. Ich bin sehr positiv überrascht über das abwechslungsreiche Gelände mit herrlichem Panorama, auch die Abfahrt begeistert uns. Die obersten zwei Hänge kämpfen wir uns noch mehr oder weniger erfolgreich durch Bruchharsch und werden dann von einer genussvollen Firnabfahrt belohnt.
Nachmittags spaziere ich durch das gemütliche Dörfchen mit seinen alten Häusern und tauche dann wieder in das geschichtsträchtige Hotel ein, bei jedem Schritt begleitet einem hier die Geschichte. Ich schaue mir die Bilder von historischen Persönlichkeiten an, die hier bereits genächtigt haben, die Liste ist eindrucksvoll... Nietzsche, Röntgen, Napoleon III, und noch viele andere mehr... ich beginne zu träumen, wird in 100 Jahren ein Bild von der Elisabeth vom Summit Club hier hängen... nicht träumen, sondern genießen und das gelingt uns auch leicht beim leckeren Fondue-Abendessen.

Auch heute bringt uns Kurt, unser ebenso netter wie kundiger DAV Summit Bergführer auf die richtige Spur, ein gelungener Ausklang der Woche am Freitag am Piz Tamborello. Dank Liftunterstützung wenig Aufstieg und viele Abfahrtshöhenmeter, herrlichen Pulver und viel Sonne. Dank der vielen Übung und den tollen Bedingungen gelingt heute der Einkehrschwung auf die Hotelterrasse perfekt. Unsere Gesichter strahlen mit der Sonne um die Wette.

Das schlechte Wetter am Samstag erleichtert uns den Abschied. Eine gelungene Skitourenwoche, für mich als Summit Mitarbeiterin im Büro auch schön, hinter den bereits bekannten Telefonstimmen nun auch die Menschen kennenzulernen.

Genuss-Skitouren zwischen San-Bernardino-Pass und Splügen

Genuss-Skitouren zwischen San-Bernardino-Pass und Splügen

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