18.07.2022
WETTBEWERB - ABENTEURER GESUCHT

Sie reisen öffentlich an – wir schenken Ihnen Ihre Reise!

WETTBEWERB - ABENTEURER GESUCHTBisher längste Anreise mit den öffentlichen VerkehrsmittelnStartpunkt:BerlinEndpunkt:TiranaKm-Anzahl:2183

Berichte von der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Wir möchten die Möglichkeit der Anreise per Bahn, Bus und ÖPNV zu Ihrem DAV Summit Club Reisetreffpunkt noch deutlicher ins kollektive Bewusstsein bringen und brauchen Ihre Hilfe: 

Schicken Sie uns einen kleinen Bericht mit ein paar Fotos über Ihre Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und wir werden diese über unsere digitalen Kanäle veröffentlichen. Die besten Anreisetipps, die kuriosesten Erlebnisse und die lustigsten Geschichten honorieren wir mit einem Geschenk.

Dem Kunden oder der Kundin, die 2022 die weiteste Strecke per öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegt, um an den Tourstart Treffpunkt der DAV Summit Club Reise zu gelangen, erstatten wir den kompletten Reisebetrag zurück. Ebenso prämieren wir am Ende des Jahres 2022 die ungewöhnlichste umweltschonende Anreise.

Die Berichte mit Fotos schicken Sie bitte an marketing@dav-summit-club.de 

Wir freuen uns sehr auf Ihre Erlebnisse!

BERICHTE ÜBER DIE AN- UND ABREISE MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN

Bahnfahrt in den Cilento Nationalpark in Italien (ITCIL - 15. - 22.04.2022) von Christine G.-L.

Schon seit einigen Jahren versuche ich, alle meine Reiseziele per Bahn zu erreichen. Damit das Spaß macht, nehme ich mir ausreichend Zeit und gestalte die Hin- und Rückreise als Teil des Urlaub. Eine gute Möglichkeit ist die Nutzung von Nachtzügen. So habe ich schon viele neue Orte kennengelernt.

In den Osterferien habe ich die Reise in den Cilento Nationalpark gebucht und bin auch an diesen Ort mit dem Zug gefahren. Da die erste Übernachtung nicht wie ursprünglich ausgeschrieben in Neapel war, sondern bereits im Agriturismo Le Favate, war mein Reiseziel Vallo della Lucania direkt im Cilento Nationalpark - 1.755 km entfernt von meinem Wohnort. Auf meiner Reise wollte ich dabei Städte besuchen, die ich bisher nicht kannte. Meine Wahl fiel auf Mailand und Neapel auf der Hinreise und auf Rom auf der Rückreise. Meine bisherige Erfahrung ist, dass Zugreisen leider fast immer teurer sind als Flüge. Bei der Planung habe ich mir ausgerechnet, dass die kostengünstigste Variante die Nutzung eines Interrail Passes für 5 Tage ist. Die gibt es nicht nur für Jugendliche, sondern inzwischen für alle Altersgruppen (Ich bin 59 Jahre alt). Für die Nachtzüge ist dann eine Reservierung zu buchen, die es für einen Sitzplatz schon für 12 Euro gibt. Ich habe mir jeweils ein Bett im Schlafwagen gegönnt, da ich am darauffolgenden Tag ausgeschlafen sein wollte, um die Städte kennen zu lernen. 

Am 13. April ging es am Bahnhof Warburg/Westfalen los. Das ist der Bahnhof, der in der Nähe meines Wohnortes liegt. Die erste Station war München, dort fuhr um 20.10 Uhr der Nachtzug nach Mailand ab. Ich teilte mein 3er-Abteil mit einer Studentin aus München, die zum ersten Mal mit dem Nachtzug unterwegs war. Die Züge werden von der Österreichischen Bundesbahn ÖBB betrieben. In den Schlafwagen erwarteten uns Liegen auf drei Etagen mit bezogenen Kissen und Decken, ein kleines Waschbecken, ein Snack, Wasser und ein kleines Fläschchen Sekt zur Begrüßung. Der Bettplatz incl. Frühstück kostet auf dieser Strecke 54,00 Euro, dafür spare ich mir das Hotel. Nach einer ruhigen Nacht erreichte der Zug pünktlich um 8.10 Uhr den Bahnhof Milano Porta Garibaldi. Direkt am Bahnhof beginnt der moderne Stadtteil Garibaldi, in dem die begrünten Häuser Bosco Vertikale stehen. 700 Bäumen, 5.000 Sträucher und 15.000 Grünpflanzen wachsen auf den Balkonen.

Zu Fuß lief ich zu einem kleinen Hotel in der Nähe des Bahnhofs Milano Centrale, von dem aus ich am nächsten Morgen Richtung Süditalien weiterfahren wollte. Freundlicherweise konnte ich bereits morgens einchecken und hatte so den ganzen Tag zur Verfügung. Bei meinem ersten Aufenthalt in Mailand habe ich auf langen Spaziergängen die Stadt entdeckt, u.a. den Mailändern Dom und die Mailänder Scala besucht.

Am nächsten Morgen erwartete mich am Bahnhof eine unangenehme Überraschung. Leider lassen sich die Reservierungen bei Nutzung des Interrail Tickets nicht online buchen, Reservierungen sind in den Schnellzügen jedoch vorgeschrieben. Ich hatte mir darüber jedoch keine Gedanken gemacht, da von Mailand nach Neapel fast halbstündlich Züge fahren. Im Ticket Office wurde mir jedoch dann gesagt, dass aufgrund der Osterfeiertage sämtliche Züge nach Neapel ausgebucht sind. Mit viel Mühe der Office-Mitarbeiterin konnte ich dann für den Nachmittag noch eine Reservierung mit Umstieg in Rom bekommen. So hatte ich einen zweiten ungeplanten Sightseeing-Tag in Mailand, jedoch leider keinen in Neapel. Immerhin konnte ich mir so eine große Kunstausstellung von Banksy im Bahnhof Milano Centrale ansehen.

Erst um 22.30 Uhr kam ich in Vallo della Lucania an und wurde von unserem freundlichen Reiseleiter Gino abgeholt. 

Auf der Rückfahrt habe ich für einen Tag in Rom Station gemacht und bin am darauffolgenden Tag wiederum mit dem Nachtzug der ÖBB zurück nach München gereist. Mein Abteil teilte ich mir dieses Mal mit einer chinesischen Studentin, die zu einer Konferenz nach München fuhr. Anders als in der kürzeren Zeit im Flugzeug oder im eigenen Auto besteht auf längeren Zugfahrten die Chance mit neuen, interessanten Menschen ins Gespräch zu kommen. Das und die Möglichkeit neue Orte kennenzulernen und schon die Anreise entspannt als Teil des Urlaubs zu erleben, gefällt mir besonders gut am Reisen mit der Bahn. 

Bahnfahrt nach Tirana in Albanien (BAPBT - 18. - 29.06.22) von Stephanie H.

Zwölf Tage durch die wundervolle Bergwelt in Albanien, Kosovo und Montenegro auf dem Peaks of the Balkans Trail wandern – das war mein Plan für den Juni 2022. Am 15. Juni begann meine Reise in Berlin. Ich machte mich drei Tage vor Reisebeginn auf dem Weg ins 1.238,43 km (Luftlinie) entfernte Pristina im Kosovo, mit einem Tag Spielraum in Pristina. Die ICE-Fahrt von Berlin nach München verlief pünktlich und reibungslos. Bereits nach knapp vier Stunden war ich in der bayerischen Landeshauptstadt angekommen und hatte sogar noch Zeit für einen Spaziergang durch den Englischen Garten und einen Restaurantbesuch.

Der Nachtzug nach Venedig startete dann pünktlich vom Ostbahnhof und komfortabel ging es Richtung Süden. Um 8.30 Uhr kamen wir wie geplant in Venedig, S. Lucia, an. Cappuccino und Cornetti in der venezianischen Morgensonne und danach ein kleiner Spaziergang durch die Gässchen und entlang der malerischen Kanäle – was für ein Luxus!

Die anschließende Zugfahrt nach Bari über Bologna war ebenfalls sehr unkompliziert und angenehm, sechs Stunden später erreichten wir Bari. Jetzt wurde es zum ersten Mail etwas chaotisch, da das Büro des Fährunternehmens, in dem ich mein Ticket abholen musste, am anderen Ende des weitläufigen Hafens lag. Den Shuttlebus dorthin zu finden, gestaltete sich als eine kleine Herausforderung und ich musste wegen des unfreiwilligen längeren Ausflugs mein eigentlich geplantes Abendessen in der netten Altstadt leider ausfallen lassen. Die Lektion: Immer genügend zeitlichen Puffer einbauen – es kann immer mal etwas Unvorhergesehenes passieren. Dies wurde mir leider auch am nächsten Tag schmerzlich vor Augen geführt. Doch zunächst verlief alles nach Plan.

Um 22 Uhr lege die Fähre in Bari Richtung Albanien ab. Wir fuhren gut neun Stunden und auch diese Nachtfahrt mit geräumiger Kabine war völlig in Ordnung. Leider kam jedoch meine bisher so gut gelaufene Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Durres, der albanischen Hafenstadt, jäh zum Stillstand: auf der Fähre wurde mir mein Portemonnaie gestohlen mitsamt Personalausweis. Die geplante Weiterfahrt nach Pristina musste somit leider ausfallen, da ich ein Ersatzdokument brauchte und die deutsche Botschaft in Tirana dies am Freitagmittag natürlich nicht mehr schaffte („Sie müssen verstehen, wir sind eine Behörde…“). So verbrachte ich unfreiwillig ein Wochenende in Tirana – was dann allerdings einer richtig guten Erfahrung wurde, denn Tirana ist eine überraschend lebendige und moderne Stadt, die ich mir wohl sonst niemals angesehen hätte!

Am Montag bekam ich schließlich meine Ersatzdokumente und machte mich auf den Weg, um mit zweitägiger Verspätung die Gruppe in Vusanje in Montenegro zu treffen. Dank der super Unterstützung der lokalen Agentur klappte diese letzte Etappe der individuelle Anreise problemlos. Die Rückreise auf demselben Weg verlief dann ohne jede Störung. Ich hatte sogar noch einen ganzen Tag mit Übernachtung in Bari eingeplant um die alte Hafenstadt etwas intensiver kennenzulernen und die Reise mit einem weiteren Höhepunkt ausklingen zu lassen.

Insgesamt würde ich es jederzeit genauso wieder machen ­und wo immer es möglich ist, eine Anreise mit dem Flugzeug vermeiden. Sich dem Reiseziel über Land und Wasser zu nähern, den einen oder anderen zusätzlichen Stopp einzulegen, macht den Weg und die Entfernung spürbar – für mich ist diese Möglichkeit neben dem Klimaaspekt ein entscheidender Pluspunkt für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.