Rund um den Dhaulagiri

Zurück zur Übersicht

Vor uns ragt der markante Doppelgipfel des knapp 7.000 Meter hohen Machupuchare in den wolkenlosen blauen Himmel. Heute morgen haben wir die gemütliche, altehrwürdige Fishtail Lodge in Pokhara mit einer kleinen Fähre verlassen und fahren auf abenteuerlicher Strasse mit dem Bus entlang am rauschenden Kali Gandaki zu dem kleinen Ort Beni, wo unser zweiwöchiger Dhaulagiri Treck beginnen wird.

Hinter uns liegen die Ankunft im quirligen Kathmandu zur Zeit des Diwali-Festes und ein Tag zwischen Tempeln und Pagoden, inmitten der bunten, lauten, anregenden,  duftenden, und alle menschlichen Sinne fordernden engen Gassen der Altstadt von Kathmandu. Gestern dann die aufregende und landschaftlich reizvolle Fahrt nach Pokhara – nichts für schwache Nerven.

Ab morgen geht es eine Woche lang durch die subtropische Mittelgebirgslandschaft des Myagdi Khola Tales. Terrassenfelder leuchten in der Sonne, hohe Wasserfälle rauschen von steilen begrünten Berghängen herab, die ersten Schneegipfel tauchen in der Ferne auf. Wir steigen im Bergregenwald stetig nach oben, der Boden wird glitschig, die Luft feucht. Dichter Bambus, hohe Farne und mit Flechten bewachsene Bäume begleiten uns.

Anfangs übernachten wir auf den Schulhöfen der malerischen Magardörfer, sehr zur Freude der vielen neugierigen Kinder, die nach einem freundlichen „Namasté“ stolz ihre Englisch-kenntnisse auspacken. Die Träger haben nach dem anstrengenden Tag bereits die Zelte auf-gestellt, es gibt Zitronentee und Kekse für die Ankömmlinge, auch für ein gut gekühltes „Everest“-Bier ist gesorgt.

Bevor wir das Dhaulagiri Basecamp erreichen, machen wir noch einmal Rast unter der ge-waltigen Dhaulagiri-Westwand, dann müssen wir über einen mächtigen, mit Schutt belade-nen Gletscher zum Fuße des Achttausenders steigen. Hier, direkt auf dem Eis stehen unsere Zelte für heute Nacht. Leider ist der Himmel mit Wolken verhangen, sodass uns die beein-druckende Szenerie verborgen bleibt. Das Knacken des Gletschers und das dumpfe Grollen abgehender Lawinen begleiten uns in den Schlaf.

Erstmals seit Beginn unserer Tour ist das Wetter am Morgen schlecht. Der leichte Schneefall in der Früh wächst sich zum veritablen Schneesturm auf unserem Weg über den 5.334 Meter hohen „French Col“, aus. Die Wetterumstände zwingen uns vorzeitig im Hidden Valley das heutige Camp aufzuschlagen. Vor allem für unsere Träger mit bis zu 50 kg Last auf dem Rücken sind die Bedingungen äußerst schwierig.

-25°C in der Nacht hat jeder von uns gut überstanden, wieder mal begrüßt uns ein wolkenlo-ser Himmel, die uns umgebenden Gipfel leuchten hellorange in der ersten Morgensonne, unsere Schritte knirschen im eiskalten Schnee. Michael, unser staatlich geprüfter Bergführer vom Samerberg in Bayern, ein eher zurückhaltender, sensibler, sympathischer und sehr kompetenter Reiseleiter und Padam, sein nepalesischer Kollege, ein Sherpa, quirlig, umsichtig und mit großem Organisationstalent ausgestattet, beschließen, die geplante Besteigung des Thapa Peak ausfallen zu lassen. Es liegt wohl zu viel Schnee in der Aufstiegsspur. Schade, jeder von uns wäre gerne einmal auf einem 6.000er gestanden.

Nach der Überschreitung eines weiteren hohen verschneiten Passes, dem langen, anstrengenden Abstieg ins tiefe Kali Gandaki Tal, werden wir für die Mühen des heutigen Tages mit einem  einzigartigem Panoramablick auf den Eis- und Schneegipfel des Nilgiri und weitem Blick hinein nach Mustang belohnt.

Gegen Mittag des nächsten Tages erreichen wir Marpha, bekannt ob seines Apfel- und Aprikosenschnapses. Hier verabschieden wir mit einem kleinen Fest und einer Tombola unsere immer gut gelaunten Träger, die für uns unvorstellbares geleistet haben und unsere Kü-chenmannschaft, die uns gourmetmäßig versorgte, angefangen vom „early morning Tea“ direkt ans Zelt gebracht, bis hin zum perfekten 4-Gänge Menu am Abend. Bevor es zu elft im Geländewagen in halsbrecherischer Fahrt nach Kagbeni geht, erleben wir im Kloster von Marpha zusammen mit vielen Nepalesen noch die faszinierenden Maskentänzen der Mönche. Am nächsten Tag steigen wir von Kagbeni in herbstlicher, von karger Schönheit geprägten Landschaft nochmals 1000 Höhenmeter hinauf zum wichtigen Hinduheiligtum Muktinath, ein letzter Höhepunkt auf unserer Trekkingtour um den Dhaulagiri. Nach einer  Jeepfahrt zurück nach Jomson und einem unvergesslichen Flug vorbei an den Achttausendern Dhaulagiri und Annapurna erreichen wir wieder Kathmandu. 

Zuhörige Reise


20 Tage ab € 4495
Dhaulagiri-Runde: Zelt-Trekking im Expeditionsstil über French Col und Dhampus-Pass

Nepal: Dhaulagiri-Runde: Zelt-Trekking

Zur Reise

Ähnliche Reisen


20 Tage ab € 2595
Die Manaslu-Runde – Lodge-Trekking im Mansiri Himal

Nepal: Die Manaslu-Runde: Lodge-Trekking im Mansiri Himal

Zur Reise

Zurück zur Übersicht