Zwischen Antike, Meer und Bergpfaden – unterwegs an der Lykischen Küste
Ein Reisebericht von unserer Kollegin Verena
Manche Reisen sind mehr als nur eine Abfolge von Etappen. Sie erzählen Geschichten, lassen Landschaften sprechen und verbinden Bewegung, Kultur und Genuss auf ganz besondere Weise. Genau so erlebten wir diese Wanderreise entlang der Lykischen Küste – intensiv, abwechslungsreich und voller unvergesslicher Momente.
Nach der Ankunft in Antalya tauchten wir direkt in das lebendige Flair der Altstadt ein. Enge Gassen, warmes Licht und das leise Stimmengewirr vermittelten sofort Urlaubsgefühl. Wir wurden von unserem Guide Serkan herzlich empfangen und er brachte uns ins Hotel Aspen und begleitete uns am Abend zu einem gemeinsamen Essen – ein entspannter, freundlicher Einstieg in die Reise, perfekt, um anzukommen und die Gruppe kennenzulernen.
Am zweiten Tag nahm uns Serkan mit auf eine erste Erkundungstour durch Antalya. Schnell wurde klar: Hier trifft Geschichte auf Gegenwart. Beim Geldwechsel erhielten wir einen praktischen Einblick in den Alltag vor Ort – Euro sind aufgrund der Inflation sehr gefragt, auch als Trinkgeld eine hilfreiche Information. Der gepflegte Transferbus brachte uns anschließend zum Ausgangspunkt unserer ersten Wanderung. Für eine kleine Pauschale gab es Wasser in unbegrenzter Menge – ein Detail, das sich als äußerst willkommen erwies. Am Abend erreichten wir Üçağız, wo wir in der Pension Ekin unterkamen: authentisch, sauber und voller Charme. Das Abendessen mit Blick auf den Hafen, während Boote leise im Wasser schaukelten, war einfach wunderschön.
Der dritte Tag führte uns durch die duftende Macchia-Landschaft. Auf schmalen Pfaden wanderten wir vorbei an unzähligen Sarkophagen und antiken Überresten – Geschichte zum Anfassen, eingebettet in eine stille, zeitlose Natur. In Myra erwartete uns ein außergewöhnlich gutes Mittagessen mit raffinierten türkischen Spezialitäten. Ein Blick über den Zaun auf die berühmten Ausgrabungen ließ die Vergangenheit lebendig werden. Der Nachmittag gehörte der Entspannung: Baden, Sonne und Erholung am Meer.
Die Wanderung nach Aperlai war landschaftlich ein echtes Highlight. Die Natur zeigte sich hier besonders ursprünglich, ruhig und weit. Nach rund drei Stunden wurden wir von einem Boot abgeholt – eine traumhafte Fahrt entlang der Küste. Die Unterkunft an diesem Abend überzeugte erneut mit sehr gutem Essen und sauberen Zimmern. Später fuhren wir weiter nach Çıralı.
Der nächste Wandertag verlangte Kondition: 720 Höhenmeter, rund sechs Stunden Gehzeit, dafür aber grandiose Ausblicke. Ein unvergesslicher Höhepunkt war der Besuch einer echten Berghütte, wo wir mit frisch zubereiteter Brotzeit empfangen wurden – herzlich, einfach und authentisch. In Olympos spazierten wir durch eindrucksvolle Ruinen, bevor wir in einem Café am Strand von Çıralı einkehrten. Hier war alles lebendig, gepflegt und einladend. Am Abend folgte ein weiteres Highlight: der Weg zum ewigen Feuer der Chimaira. In der Dämmerung, umgeben von flackernden Flammen und mit Blick in den dunkler werdenden Himmel, verweilten wir bis zum Sonnenuntergang – ein magischer Abschluss dieses Tages.
Zum Abschluss führte uns die Wanderung zum Kap Gelidonia, einem der spektakulärsten Abschnitte des Lykischen Weges. Der Pfad schlängelte sich hoch über dem Meer entlang steiler Klippen. Wer wollte, wanderte mit Serkan weiter bis zum Leuchtturm, während andere den letzten Vormittag entspannt am Strand verbrachten. Zurück in Antalya rundeten ein gemeinsames Abendessen und ein sehr reichhaltiges Frühstück im Hotel Aspen diese Reise stimmig ab.
Diese Reise entlang des Lykischen Weges am türkischen Mittelmeer ist eine außergewöhnliche Kombination aus Wandern, Kultur und Meer. Sie begeistert durch ihre Vielfalt, durch intensive Naturerlebnisse und durch ursprüngliche Küstenorte wie Üçağız und Çıralı. Antike Stätten wie Olympos, spektakuläre Pfade wie am Kap Gelidonia und die mystische Flamme der Chimaira machen diese Tour zu einem echten Erlebnis. Eine Reise, die berührt, inspiriert – und lange nachklingt.
