Bergbegriffe die man kennen sollte
Die wichtigsten Bergbegriffe für Ihre Tourenplanung
Wer eine Bergtour plant, begegnet in Karten, Führern oder Tourenbeschreibungen immer wieder bestimmten Fachbegriffen. Wenn Sie diese richtig einordnen können, fällt es leichter, das Gelände realistisch einzuschätzen und sicher unterwegs zu sein. Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe im Überblick:
Ein Grat ist die oberste Kante eines Bergrückens. Er kann Teil eines Kamms sein oder eigenständig auftreten. Typisch sind steile Flanken auf beiden Seiten.
Für Ihre Planung: Grate sind oft schmal und ausgesetzt. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier besonders wichtig.
Ein Kar ist eine kesselartige Vertiefung in steilen Berghängen. Es entstand durch Gletscherbewegungen, die Gestein mitführten und ablagerten. Ist der Untergrund abgedichtet, können sich dort Karseen bilden.
Für Ihre Planung: Kare weisen oft steile Begrenzungen auf und können im Frühsommer noch Schneefelder enthalten.
Eine Scharte ist ein markanter Geländeeinschnitt im Verlauf eines Kamms oder Grats. Viele Doppelgipfel sind durch Scharten voneinander getrennt. Charakteristisch ist ihre steile, meist V-förmige Form ohne flache Passhöhe. Für Ihre Planung: Scharten können technisch anspruchsvoll sein und je nach Gelände Kletter- oder Sicherungstechnik erfordern.
Der Begriff Joch wird in unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Zum einen bezeichnet er den tiefsten Punkt eines Kamms zwischen zwei Gipfeln, zum anderen einen Übergang zwischen zwei Bergmassiven. Bezieht er sich auf zwei Gipfel, wird er häufig gleichbedeutend mit Scharte verwendet; beschreibt er den Übergang zwischen größeren Gebirgseinheiten, entspricht er eher einem Pass. Oft steht der Name auch für die Straße, die über einen solchen Übergang ins nächste Tal führt, etwa beim Timmelsjoch oder Stilfser Joch. In manchen Regionen wird „Joch“ sogar als Bestandteil von Gipfelnamen genutzt, zum Beispiel beim Gamsjoch, Kreuzjoch oder Sonnjoch.
Für Ihre Planung: Joche sind oft gut begehbare Übergänge und daher beliebte Routenführungen.
Ein Sattel ist eine weitere Form des Passübergangs. Anders als die meist steile Scharte ist er breiter und flacher angelegt – ähnlich einem Reitsattel.
Für Ihre Planung: Sättel eignen sich häufig als Orientierungspunkte oder als Übergang innerhalb einer Rundtour.
Ein Bergkamm ist eine Abfolge mehrerer Gipfel, die durch Grate miteinander verbunden und durch Scharten oder Sättel voneinander getrennt sind. Ein bekanntes Beispiel ist der Alpenhauptkamm.
Für Ihre Planung: Kammtouren verlaufen häufig exponiert und können windanfällig sein.
Als Flanke bezeichnet man den steilen Seitenhang eines Berges. In der Regel spricht man von einer Flanke, wenn die durchschnittliche Hangneigung mehr als 30° beträgt.
Für Ihre Planung: Steile Flanken können je nach Jahreszeit besondere Anforderungen stellen – etwa erhöhte Rutsch- oder Lawinengefahr. Eine realistische Einschätzung der Hangneigung ist daher entscheidend für die sichere Tourenplanung.
Wenn Sie Begriffe wie Grat, Scharte oder Kar richtig verstehen, können Sie Karten besser lesen und das Gelände genauer einschätzen. Das verbessert nicht nur Ihre Orientierung, sondern erhöht auch die Sicherheit bei der Tourenplanung. Je besser Sie das Gelände kennen, desto bewusster und sicherer starten Sie in Ihre nächste Bergtour.
