Toblach

Wandern im Herbst: 7 Dinge, die jetzt anders sind

Bunte Wälder, klare Luft, beeindruckende Fernsicht und angenehm ruhige Wege: Der Herbst gehört für viele zu den schönsten Jahreszeiten zum Wandern. Gleichzeitig ändern sich mit dem Ende des Sommers die Bedingungen in den Bergen. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und in höheren Lagen kann der Winter bereits seine ersten Spuren hinterlassen. Wer im Herbst unterwegs ist, sollte seine Tour deshalb etwas anders planen als im Hochsommer. Diese sieben Dinge sollten Sie jetzt beachten.

Berglandschaft
1. Die Tage sind kürzer

Während im Sommer nachmittags oft noch reichlich Zeit für den Abstieg bleibt, wird es im Herbst deutlich früher dunkel. Gerade im Oktober kann eine Tour, die im Juli problemlos funktioniert, plötzlich knapp kalkuliert sein. Planen Sie Ihre Wanderung deshalb etwas konservativer und starten Sie möglichst früh. Auch eine Stirnlampe gehört jetzt sicherheitshalber in den Rucksack – selbst wenn Sie eigentlich lange vor Einbruch der Dunkelheit zurück sein möchten.

Wandern im Herbst
2. Im Tal ist Herbst – am Berg vielleicht schon Winter

Ein sonniger Herbsttag kann im Tal noch einmal richtig mild werden. Einige hundert oder tausend Höhenmeter weiter oben sieht die Sache allerdings schnell anders aus. Dort können die Temperaturen bereits empfindlich niedrig sein – besonders am Morgen, im Schatten und bei Wind. Der Zwiebellook ist deshalb im Herbst besonders wichtig. Eine warme Zusatzschicht sowie Mütze und Handschuhe gehören jetzt wieder zur Standardausrüstung.

Wandern im Herbst
3. Mit Schnee und Eis rechnen

Unten goldene Blätter, oben eine dünne Schneedecke: Im Herbst liegen zwischen zwei Jahreszeiten manchmal nur wenige Höhenmeter. Vor allem Nordseiten, schattige Passagen und höhere Lagen können bereits verschneit oder vereist sein, obwohl beim Start der Tour noch nichts darauf hindeutet. Schauen Sie deshalb nicht nur auf die Bedingungen im Tal. Bei entsprechender Tour und Wetterlage können außerdem Grödel eine sinnvolle Ergänzung der Ausrüstung sein. Sie sind leicht, brauchen wenig Platz und sorgen auf vereisten Wegpassagen für zusätzlichen Halt.

Wandern im Herbst
4. Nasses Laub kann überraschend rutschig sein

Nicht nur Schnee und Eis verlangen im Herbst Aufmerksamkeit. Auch eine vermeintlich harmlose Waldwanderung kann ihre Tücken haben: Feuchtes Laub verdeckt Steine und Wurzeln und kann auf steilen Wegen ausgesprochen glatt werden. Nasse Felsen und Holzstege sorgen ebenfalls schnell für Rutschgefahr. Wanderschuhe mit gutem Profil sind deshalb besonders wichtig. Wanderstöcke können auf rutschigem Untergrund zusätzlich Stabilität geben – vor allem beim Abstieg.

Wandern im Herbst
5. Das Wetter genauer unter die Lupe nehmen

Ein Wettercheck gehört zu jeder Bergtour. Im Herbst lohnt es sich aber, noch etwas genauer hinzusehen. Entscheidend ist nicht nur die Frage, ob Regen vorhergesagt ist. Behalten Sie auch die Temperaturen in unterschiedlichen Höhenlagen, Wind, mögliche Niederschläge und die Schneefallgrenze im Blick. Ein Wetterumschwung kann sich bei niedrigen Temperaturen deutlich stärker auf eine Tour auswirken als an einem warmen Sommertag.

Wandern im Herbst
6. Hütten und Bergbahnen haben nicht automatisch geöffnet

Die Hütte auf halber Strecke für die Mittagspause und die Bergbahn als bequeme Alternative für den Abstieg? Darauf sollten Sie sich im Herbst nicht verlassen. Viele Hütten und Almen beenden im September oder Oktober ihren Sommerbetrieb, auch die Betriebszeiten von Bergbahnen ändern sich oder der Betrieb wird ganz eingestellt. Informieren Sie sich deshalb vor der Tour über die aktuellen Öffnungs- und Betriebszeiten. Und planen Sie Verpflegung, Getränke und den vollständigen Abstieg so, dass Sie auch ohne Einkehr oder Bergbahn gut zurechtkommen.

Wadern im Herbst
7. Andere Tourenziele wählen

Im Herbst muss es nicht immer möglichst hoch hinausgehen. Oft sind jetzt sonnige Südseiten und niedrigere Höhenlagen die bessere Wahl. Dort bleibt es länger warm, während schattige Nordhänge oder hochalpine Wege bereits winterliche Bedingungen aufweisen können. Das Schöne daran: Gerade die niedrigeren Bergregionen zeigen sich im Herbst häufig von ihrer besten Seite. Bunte Wälder, klare Sicht und die tief stehende Sonne sorgen für eine ganz besondere Stimmung.

Gut vorbereitet in den Wanderherbst

Herbstwandern bedeutet nicht einfach nur „Wandern mit einer Jacke mehr“. Kürzere Tage, niedrigere Temperaturen, erste winterliche Bedingungen und eingeschränkte Infrastruktur verändern die Tourenplanung. Wer seine Route der Jahreszeit anpasst, früh startet, Wetter und Bedingungen aufmerksam prüft und die passende Ausrüstung dabeihat, kann diese besondere Zeit in den Bergen umso mehr genießen. Denn manchmal ist die schönste Herbsttour eben nicht die höchste – sondern diejenige, bei der Sie noch lange die Herbstsonne genießen können.

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