Spanien einmal anders

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Die Teilnehmer der DAV Sektion Isny wurden bei den anspruchsvollen Bergtouren gefordert und blicken stolz und mit einem Strahlen im Gesicht zurück auf Ihre sportliche Leistung im Naturparadies zwischen Frankreich und Spanien. Steil, über wildes Grantigelände ging es hoch zum Gipfel des Pico d’Alba auf 3107 m und mit Steigeisen über den Gletscher de Aneto auf den König der Pyrenäen – Pico de Aneto. In der Monrebei-Klamm, die als die schönste Schlucht Europas gilt, erwartete die Gruppe atemberaubendes Klettersteig-Feeling. Der Weg führte über schmale Holztreppen die, wie Himmelstreppen zickzack an einer senkrechten Felswand empor führten sowie über eine Hängebrücke über die engste Stelle der Schlucht. Nach einem Anstieg von 3 1/2 Stunden gelangte die Gruppe von der rustikalen Goritzhütte über den Lago Helado, den „gefrorenen See „auf den dritthöchsten Pyrenäengipfel, den Monte Perdidio auf 3355 m. Weitere Highlights waren die vielen tosenden Wasserfälle und idyllischen Bergseen sowie die gute Verkostung und der hervorragende spanische Wein in den Hütten. Eine ausnahmslos harmonische Gruppenstimmung zusammen mit der guten Organisation machte diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Tourenleitung bedankt sich bei den Reisenden wie auch den Kooperationspartnern für die bleibenden Erlebnisse.

Nach der Anreise in Barcelona wurde die Gruppe von unserem örtlichen Guide in Barcelona abgeholt und in das hervorragende Hospitz de Benasque am Ende des Vall de Benas gefahren. Eine Welt aus kühnen Granitgipfeln mit tiefgrünen Eisseen, gischenden Bächen und Wasserfällen mit den höchsten Gipfeln der spanischen Pyrenäen erwartete uns.

Die erste Wanderung führte die Gruppe über die Nordflanke des Pico d’Alba im wilden Granitgelände. Der Weg führte über Blockgelände und kleine Altschneefelder und nach leichter Kletterei erreichten Sie den Gipfel des Pico d’Alba auf 3107 m. Er ist der westlichste Gipfel des Gebirgsstockes und bietet einen fantastischen Rundblick. Vis-à-vis erhebt sich der mächtige Maledetagipfel. Für den Abstieg war Schwindelfreiheit und hohe Konzentration gefordert, bis der idyllischen Renclusa-See erreicht wurde. Nach einem kurzen Bad war es nicht mehr weit zur Refugio de la Renclusa auf 2140m. Die Hütten sind im Vergleich zu den Alpenhütten einfach und rustikal gehalten. Die Verpflegung inklusive der Weine sind hervorragend. Was braucht man schon mehr als Bergsteiger?
 

Am zweiten Tag stand das Highlight an. Schon früh brach die Gruppe mit Stirnlampen auf. Über den Portillón Superior gelangten sie zum Glacier de Aneto, hier mussten die Steigeisen angelegt werden. Über Blankeis und Firn stiegen sie den immer steiler werdenden Aufstieg Richtung Gipfelhang empor. Ca. 150 HM vor dem Gipfel ging es kletternd über Fels und Geröll ohne Steigeisen weiter. Bis zum König der Pyrenäen – Pico de Aneto auf 3.404 m. Ein bunt geschmücktes Aluminiumkreuz und eine Madonna begrüßte die Gruppe und belohnt wurden Sie mit einer gewaltigen, hochalpinen Aussicht sowie dem wohlverdienten Lunchpaket der Renclusa-Hütte. Der Abstieg vorbei an fantastischen Wasserfällen und Bachüberquerungen war schneller und auch einfacher zu bewältigen.

Nach diesen zwei großartigen Gewalttouren ging die Tour weiter in die Vorpyrenäen, zur Mont-Rebei-Schlucht. Diese liegt im Grenzgebiet der zwei Provinzen Aragon und Katalonien. Der Canyon ist spektakulär und atemberaubend, ein Kletter- und Kanuparadies. In Montfalco folgte eine „kleine Wanderung“ in diesem Naturpark. Hier ist die Heimat der Gänse- Schmutz- und Bartgeier. Großartig, oder eher unglaublich sind die schmalen Holztreppen, die wie Himmelstreppen im Zickzack an einer senkrechten Felswand empor führen. Über eine schwingende Hängebrücke querten sie die engste Stelle der Schlucht bevor sie in schmalen, in die Steilwand gesprengten Pfaden hoch über dem Wasser den Canyon wieder verließen, natürlich nicht ohne die Wasserqualität zu testen. Und das alles bei 34° Grad.

In Torla angekommen wurden wir von einem Gewitter a la Pyrenäen begrüßt, Hagel und Sturzregen überflutete Straßen. Nach 20 min war dann der Spuk wieder vorbei und der blaue Himmel zeigte sich wieder.
Von Torla aus fuhren wir am nächsten Tag mit dem Bus in das hintere Valle de Ordesa zum Ausgangspunkt unserer nächsten Tagesetappe. Wir stiegen steil in Serpentinen zum Mirador l‘ Acuta hoch. Der Ausblick erinnerte zum Teil an die Dolomiten oder auch an den Grand Canyon und die Monument Mountains in den USA. Das Gebirge im Valle de Ordesa besteht aus Kalkgestein. Unser Weg war gesäumt von Edelweiß. Nach den Serpentinen legten wir eine Kletterpassage ein. Eine Kette erleichterte den Aufstieg. Bevor wir den Gipfel genießen konnten, musste noch ein steiler Grashang überwunden werden. Der kleine Gipfel des L’Acuta, oder La Scuta liegt auf 2247 m. Der unglaublich tolle und interessante Aufstieg zu diesem unbekannten Hügel begeisterte uns. In Sichtweite war unsere Schotterstraße für den sehr langenAbstieg nach Nerin. Wir passierten Cuello Gordo, den Ausgangpunkt unserer morgigen Besteigung und endeckten parallel führende kürzere Pfade, die uns etwas schneller nach Nerin brachten. Dieses Dorf hat 13 Einwohner und ein Hotel. Angekommen, stürzten wir uns auf das Clara (Radler, nicht die Bedienung) .
Tagesetappe: 1149 HM▲ 1205 HM▼, 8h 40min, 24,96 km


Am nächsten Tag erreichten wir den Ausgangspunkt Cuello Gorde mit dem Bus. Dies ersparte uns einen sehr langen Aufstieg. Von hier aus verlief unser Weg oberhalb des Ordesa-Canyons, der mit seinen Wandabbrüchen bis zu 1500 m in Europa einzigartig ist. Nach ca. 2 Stunden hatten wir auch dann die Goritzhütte erreicht, den Ausgangspunt für die Besteigung des Monte Perdido, den „verlorenen Berg“, ein weiterer Höhepunkt unserer Pyrenäentour. Der Rucksack wurde auf das nötigste reduziert und auf Nachfrage beim Hüttenwirt konnten wir auf Steigeisen, Eispickel und Seil verzichten.
Es war dann auch schon 10.00 Uhr, als wir an das größte Kalkmassiv in Europa angingen.
Die eigentliche technische Schwierigkeit begann erst im oberen Teil am Lago Helado, dem „gefrorenen See“. Hier stellt sich der sogenannte Escupedero auf. Dies bedeutet übersetzt „Spucknapf“ und ist normal ein steiles, ausgesetztes Eisfeld bei dem Steigeisen und Eispickel unabkömmlich sind. Dieser Spucknapf war bei uns soweit abgeschmolzen, dass ein Weg am Rande des restlichen Eisfeldes vorbei ging. Anstatt auf Trittschnee mussten wir einen anstrengenden Schotterhang hoch. Drei Schritt vor, einer zurück. Aber auch dieser Hang nahm am Sattel ein Ende und so hatten wir nur noch 80 HM zu bewältigen. Nach erstaunlichen 3,5 Std. Aufstieg von der Göritzhütte standen wir auf dem dritthöchsten Pyrenäengipfel, dem Monte Perdido 3355m, der auch als der „Nobelste“ gilt. Das ganze Massiv ist UNESCO-Weltnaturerbe.
Die Aussicht war leider nur bescheiden, da immer wieder Wolkenschwaden um uns zogen. Das schmälerte unsere Freude natürlich nicht, denn wir hatten „es geschafft“.
Den befürchteten Abstieg über den Schotterhang bewältigten wir trotz Bedenken gut und so waren wir kurz nach 16 Uhr auf der Hütte. So einfach die spanischen Hütten auch sind, der Wein ist hervorragend und mit einem Literpreis von 9 Euro wirklich günstig. Am nächsten Morgen waren alle fit und munter, was für die Qualität des Weines sprach.
Tagesetappe: 1346 HM▲ 1330 HM▼, 8h 44min, 21.74 km


Bei der heutigen Abschlusstour war sich die Gruppe schnell über den kürzesten Weg nach Torla einig. Mit spektakulärer Sicht stiegen wir in den Ordesa-Canyon hinein, der vor vielen Jahren von einem Gletscher geformt wurde und an den Grand Canyon erinnert. Wie Kathedralen fallen die schroffen Kalksteinwände vertikal ab. Vorbei am Pferdeschwanzwasserfall marschieren wir das immer wilder werdende Tal vor. An einem der unzähligen Wasserfälle machen wir nochmals Rast und essen unser Lunchpaket, bevor wir den Parkeingang erreichen. Unser Bus nach Torla stand schon abfahrtbereit. Die frühe Ankunft in Torla nutzten wir zu einer kleinen Besichtigung im mittelalterlichen Ortskern. Zum Abschluss trafen sich dann alle Tourenteilnehmer im Cafe an der Hauptstraße bei Kaffee, Bier, Wein und endlich zu einer Runde Schafkopf, bevor es zum Abschlussessen im Hotel Bujaruelo ging.
Tagesetappe: 51 HM▲ 904 HM▼, 4h 2 min, 16.37 km
 

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