Blick auf Meer und Berg

Unterwegs auf den Liparischen Inseln

Ein Reisebericht von unserer Kollegin Gabi

Sonnenuntergang auf dem Boot

Es geht auf die Liparischen Inseln! “Welche Inseln??” höre ich vorab des Öfteren in meinem Freundes –und Bekanntenkreis. Die Liparischen (oder Äolischen) Inseln, allesamt vulkanischen Ursprungs, liegen nordöstlich von Sizilien und die Anreise dorthin kann bisweilen etwas beschwerlich sein. Ich steige in München in den Flieger nach Catania. Am Flughafen dort trifft sich die Gruppe mit dem Reiseführer. Camillo, mit seiner sympathischen Art, bricht sofort das Eis und hat auf der langen Busfahrt nach Milazzo, vorbei an Taormina und Messina, bereits einige interessante Infos für uns parat. Am Hafen von Milazzo geht es dann auf die Fähre, die uns in ca. 1,5 Stunden auf Lipari, die größte der Liparischen Inseln, bringt. Es hat ordentlich Seegang und ich bin froh, als ich wieder festen Boden unter den Füßen habe. Nach einem kurzen Fußmarsch zum Hotel genießen wir noch ein leckeres Abendessen auf der Terrasse und lernen uns als Gruppe kennen

Ausblick vom Hotel

Bei Tageslicht muss zuerst die außergewöhnliche Lage des Hotels direkt am Meer begutachtet werden. Der Frühstücksplatz auf der Terrasse, hoch über dem Meer, ist unschlagbar. Dann geht es mit dem Boot in einer kurzen Fahrt zur nahegelegenen Nachbarinsel Vulcano. Wir wollen dort zum Kraterrand wandern. Es geht über Aschefelder und schwarzes Lavagestein nach oben. Immer wieder bieten sich tolle Ausblicke aufs Meer und wir können die schwefeligen Dampffahnen beobachten. Nach einer kurzen Rast auf dem “Gipfel” und einem Blick in den beeindruckenden Krater geht es wieder zurück. Wir wollen schließlich noch an den schwarzen Strand, wo der Nachmittag zur freien Verfügung steht. Wahlweise ist auch ein Bad im brodelnden, warmen Meerwasser möglich. Aufgrund des doch eher starken, unangenehmen Geruchs entscheidet sich die Gruppe geschlossen für ein paar gemütliche Stunden am schwarzen Strand. Nach der Rückkehr nach Lipari dürfen wir zum Abendessen sizilianische Köstlichkeiten in einem Ristorante am Hafen genießen.

Gruppe_22.HEIC

Heute schauen wir uns Lipari, die Insel, auf der wir die Woche über wohnen, genauer an. Direkt vom Hotel aus geht es an den südlichsten Punkt, immer an der Küste entlang mit wunderschönen Ausblicken auf das Meer und die Insel Vulcano. Spannend, aus dieser Perspektive zu sehen, wo wir gestern gewandert sind. Vorbei am Vulkanologischen Observatorium geht es hinauf auf den Monte Guardia. Ein herrlicher Rundumblick entschädigt für den anstrengenden Aufstieg. Lipari-Stadt liegt uns zu Füßen und wir können alle Inseln des Archipels gut erkennen. Nach der Rückkehr ins Hotel bleibt vorm Abendessen noch etwas Zeit für ein Bad im Meer oder einen kleinen Spaziergang am Hafen.

Blick auf Vulkan

Bei rauer See geht es heute per Boot auf die Insel Salina. Nach der 45minütigen, äußerst wackeligen Überfahrt, sind doch einige etwas blass um die Nase. Da macht es dann auch gar nichts, dass unser Bus, der uns vom Hafen in Salina zum Ausgangspunkt unserer Wanderung bringen soll, etwas Verspätung hat. So bleibt noch Zeit für einen Espresso, der hilft, den Magen wieder zu beruhigen. Salina ist geprägt von den Zwilligsvulkanen Monte dei Porri und Monte Fossa. Letzterer ist der größte Vulkan der Liparischen Inseln und ihn wollen wir heute erklimmen. Der teilweise schmale Weg führt in angenehmer Steigung bergauf und wir können uns am bunten Farbenspiel der Bäume und des tiefblauen Meers gar nicht sattsehen. Dazwischen weiß Camillo immer die eine oder andere Anekdote oder teilt sein Wissen über einheimische Früchte und Wildkräuter. Am Gipfel selbst ist es sehr windig, für unsere Mittagspause suchen wir uns deshalb etwas tiefer ein geschütztes Plätzchen. Und lassen uns dann die Panini, die Camillo jeden Tag auf Vorbestellung besorgt, mit Blick aufs Meer und auf Lipari schmecken. Für das Abendessen auf Lipari kehren wir in einem urigen Ristorante im Landesinneren ein und genießen hausgemachte Pasta und Pizza und den typischen Dessertwein Malvasia.

Blick auf Kaktus, Meer, Berge

Der Gott des Windes, der der Legende nach über die Liparischen Inseln herrscht, hat sich leider immer noch nicht beruhigt. Der Bootsverkehr von und nach Lipari wurde eingestellt und somit entfällt der für heute geplante Ausflug auf die Insel Panarea. Stattdessen wird das schöne Lipari weiter erkundet. Ein Kleinbus bringt uns auf die andere Seite der Insel, von wo aus unsere Wanderung startet. Der Weg führt durch einen ehemaligen Steinbruch, vorbei an bizarren Felsabbrüchen und farbigen Gestein geht es immer bergab bis hinunter an die Küste zu einem spektakulären Aussichtspunkt. Die Mittagspause verbringen wir im Schatten bei einer antiken Therme, wo aus einer kleinen Quelle immer noch heißes, schwefelhaltiges Wasser sprudelt. Durch die kleinen, verträumten Orte Pianoconte und Pianogreca wandern wir gemütlich zurück zu unserem Hotel.

Filicudi_2.HEIC

Das Meer hat sich beruhigt und so können wir heute die lange Überfahrt zur westlich gelegenen Insel Filicudi antreten. Westlicher als Filicudi liegt nur noch Alicudi. Vom Hafen in Filicudi wandern wir auf einem aussichtsreichen Panoramaweg zum verlassenen Örtchen Zucco Grande. Einst ein Ort, der von der Landwirtschaft lebte und aktuell von einigen Idealisten und mit EU Fördermitteln wieder aufgebaut werden soll. Nach einer Mittagspause auf einer der verlassenen Terrassen mit grandioser Aussicht geht es auf einem etwa höhergelegenen, ebenfalls sehr aussichtsreichen Weg wieder zurück nach Val di Chiesa. Nach der einsamen Wanderung genießen wir vor der Rückfahrt noch ein Eis im Trubel des Hafens und später am Abend ein leckeres Essen im Hotel.

Stromboli_11.HEIC

Heute steht der Vormittag zur freien Verfügung. Es bleibt Zeit für einen Bummel durch Lipari-Stadt um noch das ein oder andere Souvenir zu besorgen. Zum gemeinsamen Mittagessen trifft sich die Gruppe im Hotel und am frühen Nachmittag geht es dann mit dem Boot auf die Insel Stromboli. Nach der Ankunft am Hafen machen wir uns direkt auf den Weg Richtung Vulkan. Zuerst durch den hübschen Ort Stromboli, dann wieder auf einem wunderschönen Panoramaweg bergauf. Auf einer Höhe von knapp 300 m erreichen wir den Aussichtspunkt. Dort beobachten wir zuerst die Aschewolken, die der aktive Vulkan immer wieder in die Luft schickt und einen traumhaften Sonnenuntergang. In der Dämmerung dann staunen wir über glühende Lava, die der Berg ausspuckt und die über die Feuerrutsche am Berghang entlang ins Meer fließt. Bald müssen wir, ausgerüstet mit Stirnlampen, den Rückweg antreten. Auf der Rückfahrt macht das Boot einen kleinen Umweg und bleibt auch einige Zeit stehen, damit wir nochmal die Möglichkeit haben, den Vulkan ausgiebig zu beobachten.

Bootsfahrt_18.HEIC

Eine wunderbare Wanderwoche auf beeindruckenden Vulkaninseln geht zu Ende. Die Rückreise beginnt schon früh am Morgen mit der Überfahrt mit der Fähre nach Milazzo. Dort wartet bereits der Bus, der uns zum Flughafen nach Catania bringt. Nach rührenden Abschiedsworten und viel Lob für unseren Guide Camillo trennen sich die Wege der Gruppe. Und eines ist sicher: es war sicher nicht mein letzter Besuch auf den Vulkaninseln.

Premiumpartner
Ausrüstungspartner