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Einfach tief durchatmen

Auf den Rail & Hike-Reisen des DAV Summit Clubs entdecken Wanderer die Küsten Cornwalls und die Wildnis Schwedens – klimafreundlich mit dem Zug und entspannt zu Fuß.

Text: Astrid Därr

Langsam setzt sich der rot-weiße Dieseltriebwagen der Inlandsbanan in Bewegung. Kaum hat er die Kleinstadt Mora verlassen, ziehen dichte Nadelwälder am Fenster vorbei, dazwischen glitzern Seen in der Weite der skandinavischen Landschaft. Mit etwas Glück können die Reisenden Elche entlang der Strecke beobachten. Die Inlandsbanan, die Gällivare oberhalb des Polarkreises mit Kristinehamn in Südschweden verbindet, ist ein Stück schwedische Geschichte. Der Bau begann 1908, erst 1937 wurde die 1288 Kilometer lange Zugstrecke schließlich fertiggestellt. Heute fährt die Inlandsbanan nur noch im Sommer für Touristen. Wer einsteigt, begibt sich auf eine Zeitreise: Die Geschwindigkeit ist gemächlich und die Atmosphäre mit den wenigen Fahrgästen familiär. Unterwegs erzählen die Zugbegleiter Anekdoten über den Bau der Bahn, die Bedeutung für die Holz- und Bergbauindustrie oder die Kultur der Samen, die hier seit Jahrhunderten beheimatet sind. Die Fahrt soll Zeit lassen, die Landschaft zu genießen und unterwegs auch kleine Stopps einzulegen – bei der 14-tägigen Rail & Hike- Reise »Bahnwandern in Schweden« des DAV Summit Clubs gehört die Entschleunigung zum Konzept.

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Mit der Inlandsbanan nach Lappland Die DAV Summit Club-Gruppe reist zunächst mit dem Zug von Deutschland nach Kopenhagen. Von dort aus geht es weiter in die Kleinstadt Mora zwischen dem Orsaund dem Siljansee. Dort unternimmt die Gruppe ihre erste Wanderung entlang der weltweit längsten Skilanglaufstrecke, der Vasaleden. Am nächsten Tag ist es schließlich so weit: In Morastrand steigen die Wanderer in die Inlandsbanan ein, die sie durch Wald- und Wiesenlandschaften nach Östersund bringt. Die hübsche Stadt liegt idyllisch am Ostufer des Storsjön, dem fünftgrößten See Schwedens. Am fünften Tag wandert die Gruppe im Naturschutzgebiet Tysjöarna über schmale Pfade und Holzbohlenstege durch das Nist- und Brutgebiet zahlreicher Vögel. Der Zug rollt weiter nach Norden in Richtung Arvidsjaur, wo die Sonne im Sommer kaum noch untergeht – eine Wanderung unter der Mitternachtssonne gehört deshalb zu den Reiseerlebnissen, die noch lange in Erinnerung bleiben. In Arvidsjaur besuchen die Wandertouristen eine Rentierfarm und das Båsuoj-Samizentrum. Dort lernen sie die Sami, das indigene Volk Schwedisch-Lapplands, persönlich kennen. »Die Sami-Frauen erzählen uns viele interessante Geschichten über ihre Kultur und Geschichte«, berichtet Sara de Cesare, die als Bergwanderführerin für den DAV Summit-Club die Reise begleitet. Außerdem stehen ein Abstecher zum Heimatmuseum von Arvidsjaur sowie eine Tour im Naturreservat Vittjåkk–Akkanålke auf dem Programm. Am letzten Fahrtag mit der Inlandsbanan überquert der Zug den nördlichen Polarkreis. In Jokkmokk erhalten die Reisenden im Museum Ájtte Einblicke in die Traditionen und die Handwerkskunst der Samen. Noch eine längere Wanderung über dicht bewaldete Hügel, dann geht es mit dem Nachtzug von Gällivare nach Stockholm. Zum Schluss bleiben noch zwei Tage Zeit, um Stockholm zu Fuß und per Boot zu erkunden.

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Küstenwandern in Cornwall

Während in Schweden die Mitternachtssonne und die Kultur der Samen locken, können Touristen bei einer neuntägigen Cornwall-Reise die wilde Schönheit der Atlantikküste erleben – und auch hier beginnt die Entschleunigung bereits mit der Bahnanreise. Die Halbinsel im Südwesten Englands begeistert mit schroffen Steilküsten, türkisblauen Sandbuchten und dem besonderen altenglischen Charme ihrer kleinen Ortschaften. Die Reiseteilnehmer fahren mit dem Zug von Köln über Brüssel zunächst unter dem Ärmelkanal hindurch nach London. Dort steht ein ganzer Tag für die Stadterkundung zwischen Westminster Abbey, Tower Bridge und Buckingham Palace zur Verfügung, bevor die Reise in Richtung Südwesten weitergeht. Erster Halt ist das geheimnisvolle Dartmoor – eine weite, baumlose Hochmoorlandschaft voller Legenden. Danach reist die Gruppe mit Bahn und Bus weiter nach Cornwall, um dort an der Küste zwischen Atlantik und Ärmelkanal zu wandern. »Bei dieser Reise stehen keine Gipfel oder das Erreichen eines bestimmten Ortes im Fokus«, sagt Sybille Butzmann, die als Bergwanderführerin für den DAV Summit Club arbeitet. »Es geht mehr darum, sich Schritt für Schritt in dieser Region zu bewegen und auch wieder gemeinsam zurückzufahren. Das Zugfahren ist in England auch viel entspannter als in Deutschland«, ergänzt sie.

Sybille Butzmann, Bergwanderführerin für den DAV Summit Club

»Das Besondere an Cornwall ist die wilde Küstenlandschaft mit ihren Steilküsten und den wunderschönen Stränden mit türkisblauem Wasser. Dort fühlt man sich teilweise wie in der Karibik.«

Kultur und Küstenflair

In der Grafschaft Cornwall angekommen, quartiert sich die Gruppe für zwei Tage in Penzance ein. Vom westlichsten Punkt Englands, Land’s End, wandern die Reiseteilnehmer über zerklüftete Felsen und vorbei an malerischen Buchten und Stränden. Ein Abstecher zum spektakulär am Meer gelegenen Minack Theatre rundet den Tag ab. Am fünften Tag bringt eine kurze Bahnfahrt die Wanderer nach St. Ives, wo sie den St. Michael’s Way, einen alten Pilgerpfad über Wiesen und Hügel, beschreiten. Vom Trencrom Hill reicht der Blick bis zur Gezeiteninsel St. Michael’s Mount mit ihrem markanten Schloss und der Klosteranlage. »Besonders schön ist es hier im Mai, wenn alles blüht – toll für Naturliebhaber «, sagt Sybille Butzmann.Ein weiterer Höhepunkt der Rail & Hike-Reise durch Cornwall ist die lange Wanderung von Port Isaac nach Tintagel am sechsten Tag. Dabei geht es entlang der wilden Küste ständig auf und ab, bis schließlich die Ruinen der Burg von Tintagel erreicht sind. Die Burg ist eng mit den Legenden um König Artus verknüpft. Auch am nächsten Tag warten bei der Wanderung zum Örtchen Boscastle wieder traumhafte Ausblicke. Zum Abschluss bleibt noch etwas Zeit zum Bummeln in Tintagel, bevor alle die Heimreise mit dem Zug antreten. Bye-bye England!

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