EcoJordan: abseits der Trampelpfade - grosse Jordanien-Rundreise

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Raus aus dem Hotel - rein in die Natur

EcoJordan verbindet Natur und Abenteuer mit klassischen Höhepunkten. Trekking in Petra, der Felsenstadt der Nabatäer, und Wüstenwandern im Wadi Rum. Jordaniens Vielfalt ist zu schön, um nur aus dem Bus aus besichtigt zu werden. Raus in die Natur, ob in den Naturparks von Dhana oder Ajloun, im paradiesisch verborgenen Wadi bin Hammad oder beim Canyoning im Wadi Mujib.Ein Besuch bei Abdullah verändert das Leben. Kann man als Sterblicher das Paradies blicken? Dem Koran zufolge wohl kaum und trotzdem, bei Abdullah im Wadi bin Hammad hat das Paradies eine Nebenstelle. Der Weg zu Abdullah ist wie der Weg zum Paradies. Traumhaft schön, aber mühsam. Aber nur wer sich damit plagt, vier, fünf Stunden zu wandern, durch hüfthohes tosendes Wasser zu waten - das Gepäck in wasserfesten Plastiktaschen verstaut, hat die Chance, Abdullah zu treffen. Der Scheich zieht die Einsamkeit vor. Sein Zitronenhain an der Flussbiegung ist ihm heilig und der kleine Campground, den er unter den schattigen Guavebäumen geebnet hat, bleibt denen vorbehalten, die den Abendwind der Klimaanlage vorziehen.

 Eine tief eingeschnittene Schlucht, ein tosender Bach. Wasserfälle, umgeben von grün leuchtenden Palmen. Dies alles inmitten der brennend heißen Wüstenberge Jordaniens. Natürlich, es gibt andere Schluchten, tiefere Canyons und tosendere Wasserfälle. Aber es gibt nur einen Abdullah. Und der Abend mit ihm wird für alle diejenigen, die sich darauf einlassen, unvergesslich. Denn Zeit und Hektik, Misstrauen und Vorurteile sind hier ein Fremdwort. „Ahlan ya zadik – willkommen mein Freund.“  Wen Abdullah aufnimmt, den bewirtet er in seinem kleinen Camp als Gast, als Freund, als Seelenverwandten. Mehr darf man von einem ehrwürdigen Scheich wohl kaum erwarten.EcoJordan ist vielseitig, intensiv und gegensätzlich. Das bedeutet raus aus dem Hotel und rein in die Natur. Yasin al Kinani ist mit Rania Tours einer der wenigen Veranstalter in Amman, die den Trend erkannt haben und sich auf die neue Richtung des Ecotourismus in Jordanien eingestellt haben. Wandern, Trekking, zu Fuß gehen ist in einem Land, in dem man mit Megageländewagen über Steinwüsten brettern kann, eher eine unverständliche Sache. Bepackt mit Rucksack und Wasserflasche ist Yasin unterwegs, um neue Wege auszuprobieren und neue Programme zusammenzustellen. Dass ihm dabei das Wasser wie beim Canyoning manchmal bis zum Hals steht, ist der besondere Reiz. Auch wenn seine Schwimmkünste alles andere als überzeugend sind.

Über vier Wochen waren wir zusammen unterwegs, um die altbekannten Orte neu zu entdecken und abwechslungsreiche Trekkingrouten auszuarbeiten. Abseilen im Wadi Mujeres, Schwimmtrekking im Wadi Mujib. Tagelang im gleichmäßigen Beduinenschritt durch den tiefen Sand. Untertags in gleißender Sonne, abends Wärme suchend am Lagerfeuer. Wüstentrekking als Selbsterfahrung. Für Yasin, der seit über zwanzig Jahren im Tourismusgeschäft arbeitet, gibt es immer wieder viel neues zu entdecken. Auch er erkennt die neue Wertigkeit. „Vergiss Amman“, sinniert Yasin in orientalischer Nachdenklichkeit am Lagerfeuer, „hier draußen findest du das alte und echte Jordanien. Das Land der Nabatäer und Araber. Die karge Genügsamkeit der Beduinen in der Wüste, das Leben mit der Natur. Hier wird mit den Händen gegessen, das ist mein Zuhause.“  Und wie zum Trotz reißt er ein Stück Fladenbrot ab und schiebt es sich mit Auberginenpaste in den Mund. Stimmt. Hier draußen schmeckt es einfach auch besser.Natürlich bedeutet Jordanien immer auch Geschichte. Biblische Orte, die Städte des antiken Dekapolis-Bundes wie Jerash oder das byzantinische Madaba mit seinen christlichen Kirchen. Jordanien ohne seine Kultur wäre verschwendete Zeit. Aber seit geraumer Zeit überzeugt Jordanien eben auch mit seiner „anderen Seite“. Etwa im Natur Reserve von Ajloun, wo tausendjährige Olivenbäume stehen und der letzte mediterrane Eichenwald in einem Naturreservat geschützt wird. Mittelmeerlandschaft an der Grenze zu Arabien, wo einst Saladin gegen die Kreuzritter kämpfte und trutzige Burgen die Hügelkuppen krönen.

 Dazwischen einsamste Wildnis. Man muss einfach den Rucksack packen und loslaufen. Ein wild verschlungener Trail führt vom Ecocamp zum wenig besuchten Kirchlein Mar Elias. Ob der gute Prophet nun wirklich hier geboren wurde, wer kann es wissen. Im steten bergauf, bergab durch dichten Eichenwald, vorbei an weidenden Schafherden und über steinigen Felsboden kommen zumindest biblische Gedanken auf. „Steine gab es viel, Brot…“Das Gebirgsmassiv von Dhana, das bekannteste Naturschutzprojekt der Royal Society for Conservation of the Nature, ist wild zerklüftet. Grotesk geformte Felskuppen dominieren das Bild und ein tief eingeschnittenes Tal führt hinab von gut 1000 Metern bis hinunter ins glühend heiße Wadi Arraba, fast unter Null. Der steile Abstieg erfordert Muskelarbeit. Mit dem Fernglas suche ich in den steilen Felshänge nach exotischem Wildlife. Ob Karrakal oder Steinbock, Geier oder seltene endemische Echsen – die Rückzugsgebiete sind für diese Tierarten überlebensnotwendig.

Der von mir entdeckte nubische Steinbock entpuppt sich aber nur als entlaufene Ziege. Leider. Wohl kaum wird man eine der seltenen Tierarten zu Gesicht bekommen wird, denn die wirklichen Rückzugsgebiete sind vor dem neugierigen Besucher geschützt. Trotzdem ist es ein Trekkingtag, der sich lohnt. Denn Dhana ist ein Querschnitt durch das gesamte Landschaftsbild im westlichen Jordanien. Nach rund sechs Stunden Fußmarsch kommen wir in der Ecolodge von Finan an. Hier kann man dann so richtig entspannen. Tee mit Minze wird serviert, abends duftet es vegetarisch aus der Küche und statt elektrischen Glühbirnen leuchten die Petroleumlampen. Finan ist eine Ecolodge, die nicht nur das Gewissen beruhigt. Finan ist vor allem stilvoll und gemütlich.Trekking in Petra macht süchtig. Auf kaum erkennbaren Pfaden geht es in die Höhen. Schwindelfrei und trittsicher muss man schon sein, wenn man an die Kanten geht. Dafür ist man ganz alleine und die Sicht auf das Schatzhaus, das Khazne al-Faraun, lässt den Atem stocken. Petra, die Stadt der Nabatäer, ist unbeschreiblich. Seit mehr als 11.000 Jahren leben hier Menschen. Als Jäger und Sammler in Höhlen, dann als Beduinen in Zelten, ab dem 3. Jahrhundert als aufstrebende Handelsmacht in prunkvollen Fassadenbauten. Der unermessliche Reichtum, gewonnen aus dem Fernhandel mit Weihrauch, war Grundlage für ein wohl einzigartiges Stadtgefüge.

 Eine Totenstadt mit dekorativen Steinfassaden kombiniert mit einer weit ausufernden Handelsstadt. Bis zu 40.000 Menschen lebten in Petra, bevor der Seehandel der Römer einen Strich durch die Monopolstellung der Nabatäer zog. Die Komplexität der Stadt, ihre weitläufige Ausdehnung und ihre versteckten Schmuckstücke. Zu Fuß erkundet, könnte man es ruhig als kleine Kulturexpedition bezeichnen.Wüstenlabyrinth Wadi Rum. Erosion und Erdkräfte haben eine der schönsten Wüstenlandschaften der Welt geschaffen. Weitläufiges Labyrinth aus Wüste und Tafelbergen, natürliche Brücken und verschiedenfarbigsten Sand. In dieser unendlichen Weite war die Zuflucht von Lawrence von Arabien. Und etwas von der magischen Stimmung des Monumentalfilms mag aufkommen, wenn man gemeinsam mit den Beduinen durch dieses Wirrwarr an Felsen und Sanddünen zieht.

Es knirscht unter den Füßen, der Schritt wird gleichmäßig und mit der immer höher stehenden Sonne steigen auch die Temperaturen. Zeit um zu Rasten, im Schatten an einer Felswand. Kaffe wird gekocht, Fladenbrot gereicht und die Beduinen fangen an zu erzählen. Von ihrem Leben, dem Wandel der Zeit, ihren Verwandten in dem nur wenige Kilometer entfernten Saudi Arabien. Abends am Lagerfeuer klappern die Zähne. Die Wüste ist kalt. Nach dem Abendessen mit Reis, Fladenbrot und Fleisch ist es an der Zeit sich zurückzuziehen. Der Schlafsack ruft und ein anderes Schauspiel nimmt seinen Anfang. Nirgendwo funkeln die Sterne so klar und deutlich wie am Himmel über der Wüste.

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