Trekkingreise in Nepal: Khumbu-Trekking: wo der Wind betet

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Komforttrekking zum Sherpakloster Tengpoche

Langsam löst die Sonne den Morgendunst, der Kathmandu tief unten im Talkessel einhüllt, auf. Das Haatiban Hotel auf einem vorgelagerten Hügel ist der ideale Standort zur Akklimatisierung für die geplante Trekkingtour ins Khumbu-Gebiet. Kazi Sherpa, der Guide, führt die erste Wanderung zum Champadewi einem vergleichsweise winzigen Hügel mit nur 2278 Metern Höhe.

Sein Lachen ist ansteckend, seine tibetischen Gesichtszüge sind unverkennbar.
Der Begleiter der Wanderung ist der Wind, er spielt mit den Gebetsfahnen, die zwischen Bäumen gespannt sind, liest die aufgedruckten Mantras und trägt sie zu den Göttern. Das soll Glück und Segen bringen. „Langsam wandern ist die beste Akklimatisierung“, ermahnt Kazi die Wandergruppe immer wieder.
 
Den Gipfel schmückt ein kleiner Schrein, der der Schutzgöttin der Region geweiht ist. Die weißen Giganten des Himalaja, wie Ganesh Himal oder die Langtang-Gruppe sind ganz nahe gerückt, sogar Manaslu und Annapurna säumen den Horizont.Beim Abstieg erklingt Buddhistische Tempelmusik aus fremdartigen Instrumenten. Im kleinen buddhistischen Haatiban-Kloster überreicht ein vierzehnjähriger Rimpoche (hochrangige Wiedergeburt) weiße Gebetsschals; Segen und gute Wünsche für die Reise.

Wir sitzen eingekeilt zwischen Pappkartons, Säcken und Expeditionsgepäck im National-Flughafen. In Kathmandu bleibt die Zeit stehen. Für den Flug nach Lukla heißt es sich in Geduld üben und warten. Die bunt zusammengewürfelten Trekking-Anfänger aus Deutschland sind froh, das die Maschine überhaupt kommt. Große Wattebüschel gibt es gegen den ohrenbetäubenden Lärm und ein Pfefferminzbonbon: Schlucken fördert den Druckausgleich. Der Flug ist kurz, vor der spektakulären Kulisse des Himalayas. Die am Himmel kratzenden gigantischen Achttausender entschädigen für eher unbequemes Sitzen und die Spannung auf das bevorstehende Trekking nach dem vorbildlichen Öko-Komfort-Konzept Everest Summit Lodges wächst.

Der breite Weg zum Mount Everest Basecamp ist die Pulsader des Khumbu-Gebiets. Hier wird alles von Mensch und Tier getragen, denn die nächste richtige Straße liegt sieben Tage entfernt. Ein Händler schleppt Kochgeschirr an einer langen Stange und bietet es den kleinen Gasthäusern am Weg an. Lodges, kleine Teashops, einfache Läden und traditionelle Sherpahäuser reihen sich aneinander. Mönche in dunkelroten Kutten kommen uns gelassen entgegen. Dann deutet Kazi auf eine kleine Wandergruppe. Wir bewundern ehrfürchtig einen entgegenkommenden Everest-Besteiger, der schon vier Mal ohne Sauerstoff auf dem Gipfel war.

Bei der ersten schwankenden Hängebrücke stockt mir der Atem. Durch die schmalen Metallstäbe sehe ich tief unten den Dudh Kosi, Milchfluss, brodeln. Doch die stabile Metallkonstruktion flößt mir, nach ein paar zaghaften und breitbeinigen Schritten, Vertrauen ein. Dann fordern uns unzählige Steinstufen zum 2850 Meter hoch gelegenen Sherpadorf Monjo noch etwas Kondition ab. Der Eisgipfel des über 6000 Meter hohen Tramserku dominiert den winzigen Ort mit nur einer Handvoll Häusern. Die erst vor wenigen Jahren ganz traditionell aus Natursteinen im Sherpastil erbaute Everest Summit Lodge passt sich perfekt in die Landschaft ein. Holzschnitzereien mit farbkräftigen buddhistischen Malereien an den Fenstern und Türen, verzieren die Fassade. Zum Komfort gehören Zweibettzimmer mit Dusche und Warmwasser, umweltgerecht mit Sonnenkollektoren erzeugt.

Der Rauch kleiner Opferfeuer mit Wacholder vor den Sherpahäusern steigt auf. Kinder holen Wasser in Schüsseln für die Morgenwäsche. Haushohe Dahlien stehen in voller Blüte. An steilen Hängen grasen zottelige Bergziegen. Nach ein paar Serpentinen breitet sich Namche Bazar, die Sherpa-Hauptstadt in 3440 Metern Höhe wie ein Fächer auf den steilen Hängen aus. Zwei Tibeterinnen, die auf einer Mauer sitzen, drehen beharrlich ihre Gebetsmühlen und beobachten neugierig die Ankommenden. Der Dung der Yaks ist an die Steinmauern zum Trocknen gepresst um als Brennmaterial verwendet zu werden. Kleine Marktstände im Ortskern laden zum Einkaufen ein. 

Das Kloster Tengpoche wird von den erhabenen Majestäten Lhotse, Nuptse, Ama Dablam, Kang Taiga und Tramserku umzingelt. Respektvoll verharren wir vor der Heimat der Götter. Die erhabene Ruhe wird nur hin und wieder durch die Anfeuerungsrufe der Fußball spielenden Mönchsbuben auf der Klosterwiese unterbrochen. Unsere Gespräche verstummen und Kameras klicken, als sich der höchste Berg der Erde, mit Spannung erwartet, für ein paar Minuten in voller Größe zeigt. Mount Everest-Feeling! Ein Yaktreiber singt tibetische Hirtenlieder. Der gleichförmige Singsang wird durch das Geläut der Yakglocken begleitet und beflügelt unsere Schritte bis nach Khumjung, einem traditionellen Sherpadorf unterhalb des heiligen Berges Khumila.

Elisabeth aus Zirndorf ist ganz begeistert: „Das ist meine erste Trekkingreise, ich war noch nie so hoch in den Bergen. Der Komfort der Lodges mit Duschen und Heizung ist ein enormer Luxus, den ich genieße. Ich möchte nicht im Zelt schlafen.“ Zum Abschied von der Everest Summit Lodge Mende – hier kommt Energie reichlich aus einem Wasserkraftwerk - erhalten wir für den Rückweg einen Kata, den wir bis zum nächsten Wasser tragen müssen, damit wir Glück für die Reise haben und wiederkehren. An der Hillary-Brücke knoten wir die Schals an das Geländer der schwankenden Brücke.

Die letzte Übernachtung in Lukla stimmt uns schon wehmütig. Mit dem ersten Hahnenschrei gehen wir noch im Halbschlaf zum Flughafen. Die Startbahn sieht erschreckend kurz aus und schon zeigt sich der Himalaya mit König Mount Everest noch einmal zum Anfassen nah. Das Dach der Welt, wo die Götter wohnen, die uns Trekkern so wohl gesonnen waren.

                                                                                                Gabi Draeger

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Everest Summit Lodges – Komfort-Trekking zum Kloster Tengpoche

Nepal: Everest Summit Lodges - Komfort-Trekking

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