Die Insel der Liebesblume Zurück zur Übersicht

Madeira ist die Blumeninsel im Atlantik. Ein kleines Paradies. Der zu Portugal gehörende Miniaturkontinent. Die Münchner Reisejournalistin Gabi Dräger berichtet in einer farbigen Reportage.

Wanderungen mit Blumen, unter diesem Motto führen die Wege im milden Klima am Atlantik, Vulkanbergen, Steilküsten, Canyons und Levadas entlang. Die grünen Lorbeerwälder und die eine üppig protzende Blumenpracht geben Madeira die besondere Note.
 
Wo wird man von mildem Klima verwöhnt und vom Duft der Blumen bezaubert? Da  gibt es nur eine Antwort, Madeira. "Blandy’s Garten“, ist nicht wirklich nur ein Garten, sondern groß und schön wie ein Park, der einen auf die Blumenpracht der Insel einstimmt. Für die seltene, rote Kamelie ist der Garten bekannt, aber die afrikanische Liebesblume, die weiß und blau blühende Agapanthus, hat ihr wohl den Rang abgelaufen. Wörtlich übersetzt heißt der botanische Name "Agapanthus" Liebesblume. Im Frühling und Sommer fallen in die Millionen gehenden blauen und weißen Blütenkugeln der Schmucklilie auf. Die exotischen Blüten des Affenschreckbaums und Flaschenputzerbaums nehmen auch and dem Konkurrenzkampf der Schönheiten teil. Feuerminze, Nadelkissen- und Königsprotea zeigen ihre ausgefallenen Blüten.

Jeder Morgen beginnt immer mit einer schweren Entscheidung, macht man die kurze oder die lange Tour? Deshalb gibt es für die Touren zwei geprüfte Kultur- und Wanderführer.

Mit frisch gepflückten Erdbeeren von einem Feld oberhalb der Stadt Ribeira Brava, beginnt die erste Tour an der Levada Norte. Ein Bauer, der gerade in seinem Erdbeerfeld arbeitet, hat die Beeren angeboten. Ein paar Schritte weiter am kleinen Wasserkanal, steht ein Levadahaus. Hier wohnt der Levadeiros, der für die Instandhaltung und auch für die stundenweise Wasserzuteilung verantwortlich ist. Das Wasser kommt aus dem Norden und fließt bis nach Estreito Camera de Lobos, um in 500 Meter Höhe immer wieder die noch zahlreichen und mühsam angelegten Feldterrassen zu bewässern.

Neben dem leichten Gefälle des Wasserlaufs lässt es gut wandern. Das zwölf Uhr Glockenspiel der Kirche von Campanario unten im Tal wird per Lautsprecher übertragen und das ganze Tal und die Berge werden damit lautstark beschallt. Entlang der Levadas sprießt eine Pflanzenvielfalt aus Avocado- und Mistelbäumen. Leuchtend gelbe Kapuzinerkresse versucht den Natternkopf, den “Stolz von Madeira“, der seine blaue Blütenkerze in die Höhe streckt, farblich zu übertrumpfen. Der Stolz von Madeira ist das Wahrzeichen der Insel.

Die Wanderung zum Cabo Girão, dem zweithöchsten Kliff der Welt, steigt stetig an und immer wieder leuchtet das Blau der Liebesblume in der Natur. 578 Meter stürzt die Steilküste in den Atlantik, unten liegt Funchal, die Hauptstadt der Insel, eingequetscht in einer Bucht. Die Südküste mit ihren vielen kleinen Städten zeichnet sich im Dunst ab. An den Steilwänden kleben kleine Terrassenfelder. Da der vulkanische Boden sehr fruchtbar ist, wird jede Fläche zum Anbau genutzt. Im Schutz der Felsen herrscht auf den kleinen Feldern ein tropisches Mikroklima und lässt Mangos, Papayas, Maracujas und Malvasier, die Edeltraube, reifen. Viele der Felder kann man nur seilgesichert erreichen und bearbeiten.

Die nächste Wanderung führt ins Zentralgebirge. Die Höhenangst bei Tiefblicken in der steilen vulkanischen Landschaft wird durch die mit Seilen gesicherten Wege genommen. Immer wieder führt der Weg durch einen Tunnel. Wolken wabern um die Gipfel, bis sie von der Sonne allmählich aufgelöst werden. Und immer wieder gibt es Blumen am Wegesrand. Dann folgt ein Weg, der sich in Serpentinen bis zum Refugio Pico Areeiro in 1810 Meter Höhe aufwärts windet. Zum Pico Ruivo, zum höchsten Punkt der Insel mit 1861 Metern, sind es nur noch ein paar Stufen. „Das muss man gesehen haben, das kann einem kein Film geben“, schwärmt eine Wanderin überschwänglich.

Der Blick schweift über die Gipfel des Zentralgebirges bis zum Atlantik. Der Abstieg führt wieder am Refugio vorbei. In der Höhe wachsen Maiblumenbäume, Baumheide und Lorbeerbäume, die in der Lage sind Wolken zu melken, sie können Flüssigkeit aus der Luft aufnehmen. Durch die Luftströmung des Nordostpassats verdunstet sehr viel Flüssigkeit, die zu Nebel oder Wolken kondensiert. Am wartenden Bus endet die Wanderung. In Santana wird eine Pause eingelegt, denn der Ort ist bekannt für seine farbigen Holzhäuser mit ihren landestypischen Strohdächern. In der Abgeschiedenheit an der Nordküste wurden früher die Häuser mit dem gebaut, was vorhanden war. Holz gab es damals noch in Hülle und Fülle und Stroh gab es sowieso nach dem Dreschen.

Bananen und Trompetenbäume stehen neben Misteln mit gelben Früchten am Weg. Süßkartoffeln, Wein und Tabak werden angebaut. Bald zweigt der Weg von der Levada ab und führt über den Pass Boca do Risco, der kurzen Variante mit Luis Ramos, zur Steilküste. Der Ausblick ist gigantisch drei- bis vierhundert Meter stürzen sich die Felswände ins Meer. Der schmale, in den Felsen gehauene Weg zieht sich in einem blau-weißen Farbspiel von Himmel, Meer, Gischt und Wolken entlang.

Zum Abschluss gibt es noch einen Stadtbummel durch Funchal. Die Stadt hat ihren Namen vom Fenchel erhalten, der aber leider ein Opfer der Brandrodungen für den Zuckerrohranbau wurde. Den Weinanbau löste dann im Laufe der Zeit die Zuckergewinnung ab. Madeira ist schon lange ein begehrtes Reiseziel. Sissi, die österreichische Kaiserin und Churchill haben sich auf der Insel erholt.

Beeindruckend ist das vielfältige Angebot in den Markthallen mit fangfrischen Fischen, exotischen Früchten und Gewürzen. Und natürlich gibt es ein überwältigendes Angebot an Blumen. Auch im Stadtpark strotzt wieder die märchenhafte Blumen- und Blütenpracht, die für Madeira so typisch ist.

                                                                                                    Gabi Dräger

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