Oberengadiner Ferien-Sinfonie Zurück zur Übersicht

Champagner-Luft. Bernina-Express. Der Thronsaal der Alpen. Ferienorte wie Pontresina und St. Moritz. Das Oberengadin ist eine wanderbare Gegend.

Leichte Bergwanderungen im Thronsaal der Alpen

Pontresina. Bergsommer aus dem Bilderbuch. Der silbern plätschernde Bach, die Schellen der Kühe auf blumenübersäter Almwiese, das Pfeifen der Murmeltiere in dramatischer Landschaft: aus solchen Geräuschen ist die einzigartige Symphonie komponiert, die einem bei den Tagestouren auf allen Etagen des Oberengadin fortwährend in den Ohren klingt. Nichts sonst ist zu vernehmen, als das eigene Atmen, beim gemächlichen Aufstieg durch den Wald aus Lärchen und Arven, bis der Blick sich öffnet – in den Thronsaal der Alpen unter der königlichen Bernina, 4049 m.

Pantoffeln, Pumps, Sandalen, Stiefel: Frühe Begegnungen auf der Ortsstraße von Pontresina, sportiver Erlebniskurort zu Füßen des Piz Languard: Die ersten Kunden beim Bäcker, Liftpersonal auf dem Weg zum Arbeitsplatz. Bergwanderer in bunter Funktionskleidung sind in der Morgenkühle unterwegs zur Bushaltestelle, um nach Sils-Maria am Beginn des Fextals zu fahren, nach Plaun da Lej am Silser See oder zur Corvatsch-Seil-bahn. Von der Mittelstation aus kann man unschwer die Aussichts-kanzel Fuorcla Surlej erreichen und dann als Hauptdarsteller in einem Breitwandfilm angesichts des rasierklingenscharfen Bianco-grats absteigen ins romantische Rosegtal. Genuss-Plus!

Quellfrisches Wasser läuft in den Dorfbrunnen aus Granit. Kletterrosen umranken die Gartentüre mit blätternder Farbe. In Maloja am jungen Inn liegt der Maler Giovanni Segantini begraben. „Die Kunst und die Liebe besiegen die Zeit“, steht ihm geschrieben. Der 1858 in Arco am Gardasee geborene Weltkünstler entdeckte im Engadin das Licht. Diese unglaubliche Helligkeit, die auch Friedrich Nietzsche so sehr schätzte, der hier am Zarathustra schrieb. Segantinis vormals düstere Ölbilder begannen im Engadin zu strahlen. Die Leuchtkraft seines Werks gilt bis heute als unerreicht. Das gewaltige – alle Formate sprengende - „Alpen-Triptychon“ im Museum von St. Moritz (Werden/Sein/Vergehen) bewahrt die Erinnerung an den bärtigen Mann mit den rastlosen Augen. Spazierwege und aussichtsreiche Wanderungen führen zu Plätzen, an denen seine Staffelei stand. Auch auf den Schafberg hoch über Pontresina, wo Segantini 1899 41-jährig an einer Blinddarmentzündung starb.

Nebelfetzen über dem Stazer Wald. Vom Bernina-Pass kommt die Sonne. Und der rote Spielzeugzug der Rhätischen Bahn. In Grevasalvas, 1941 m, hoch über den Oberengadiner Seen, wurde „Heidi“ von Johanna Spyri verfilmt. Und die sonnenverbrannten Almhütten unter tonnenschwerem Legschiefer sehen wirklich so aus, als wären sie „Geißenpeters“ Zuhause. Katzen sonnen sich auf einem Holzstoß. Die Wiesen aus Schlangenknöterich und Glockenblumen, aus Arnika und Knabenkraut wiegen sich im Wind. Mountainbiker strampeln vorbei. Dann ist es wieder sehr ruhig.

Im Gasthaus „Sonne“ gibt’s kräftigen Veltliner zum Risotto mit Steinpilzen. Und als Nachtisch den schweren Schlüssel für den Kirchgang: das malerisch auf dem höchsten Punkt des Fextals thronende Gotteshaus aus dem 15. Jahrhundert ist mit seiner halbrunden Apsis und dem gedrungenen Schiff noch ganz im Stil der Romanik gehalten, die sich in den abgelegenen Seitentälern des Oberengadin länger gehalten hat. Bestens erhaltene Fresken zeigen den „Gnadenstuhl“, die Darstellung der Dreifaltigkeit, umrahmt von den Symbolen der Evangelisten.

„Nicht leicht spreche ich von Glück, aber ich glaube beinahe, ich bin glücklich hier“, so sagte Thomas Mann über das Oberengadin; und kein Geringerer als Hermann Hesse schrieb der Gegend zwischen S-chanf und Maloja ins Gästebuch: „Und die wohl schönste, am stärksten auf mich wirkende von allen Landschaften ist das obere Engadin!“

Wenn man mit dem Languard-Sessellift vom Balanceakt Steinbockweg bzw. Pias berühmten Kuchen auf der Paradis-Hütte nach fünfstündiger Panorama-Wanderung zurückkommt und kniegelenkschonend einschwebt in Pontresina, sieht man links unten zwischen den Arven die Bergkirche Santa Maria, umzingelt von Grabkreuzen. Und jedes einzelne erzählt eine Geschichte – auf dem berühmten Bergsteigerfriedhof.

Hier liegt der angehende Bergführer Andi Roffler, der mit 22 Jahren am Piz Prevluis in den Tod stürzte. Ein mächtiger Granitbrocken mit reliefartig herausgehauenem Eispickel und Kletterseil erinnert an den bekannten Bergsteiger Johann Häuser. Graugrün gleich daneben, der Stein für den Bergführerkollegen Joos Grass. Türkenbund und blauer Enzian wachsen auf dem Grab von Andreas Rauch, "Alt-Wildhüter" von 1874 -1942. Er ist verantwortlich für die Wiederansiedlung des schon 1650 ausgerotteten Steinbocks im Engadin. „Den weißen Tod am Piz Glüschaint“ fand am 12. August 1924 der erst 22-jährige Bremer Richard Carrels.

An einer betagten Birke, am Aufstieg zur oberen Terrasse, mahnt eine blumengeschmückte Bronzetafel zum Gedenken an Gian Marchet Colani, der bis 1837 in Pontresina als Müller, Bauer und Schmied gelebt und gearbeitet hat. Allerdings erzählt in Pontresina jeder Großvater seinem Enkel die „wahre Geschichte“: dass es sich bei Colani nämlich um einen berüchtigten Wilderer gehandelt hat, der 2700 Gämsen, zwei Wölfe, drei Bären und einige Hirsche erlegt hat. Berühmt geworden, weltberühmt, wurde er durch den Roman von J. C. Heer: „König der Bernina“. 
      

Zuhörige Reise


Keine termine verfügbar
Oberengadiner Ferien-Sinfonie - wandern unter dem Piz Bernina, 4049 m

Bergwanderungen - Oberengadin, Genuss-Plus

Zur Reise

Ähnliche Reisen


Keine termine verfügbar
Wanderungen im Pitztal mit Wellnesshotel und Option Wildspitze

Bergwanderungen - Pitztal

Zur Reise


Keine termine verfügbar
Panorama-Wege im Berner Oberland unter Eiger, Mönch und Jungfrau

Bergwanderungen - Grindelwald, Genuss-Plus

Zur Reise


7 Tage ab € 1050
Genuss-Wanderungen um Zermatt und Matterhorn – Option Breithorn

Bergwanderungen - Wallis, Genuss-Plus

Zur Reise


Keine termine verfügbar
Kontrastreiche Genuss-Wanderwoche im Trentino – für alle Sinne

Bergwanderungen - Trentino, Genuss-Plus

Zur Reise

Zurück zur Übersicht