23.09.2015
Wildes Dolpo: Rückzugsort tibetischer Kultur. Zelt-Trekking ins Reich des Schneeleoparden.

Ein Interview mit Hans Obermeier über seine Reise ins Dolpo 2015

Wie lange bist du schon beim Summit Club? Du bist ja eigentlich schon ein „Urgestein“!
Ja, seit 1978 bin ich regelmäßig für den Summit Club unterwegs. Primär im Bereich Trekking, da hat es auch angefangen, Südamerika, die ganzen Himalaya-Länder und natürlich Europa. Mein Schwerpunkt in den letzten zehn Jahren sind die buddhistischen Länder im Himalaya.

Jetzt hast du in diesem Jahr eine besondere Reise, die führt wohin?
Dieses Jahr habe ich ein längeres Zelttrekking geplant, im Sommer nach Dolpo, ein relativ abgelegenes Gebiet in Nepal.

Zelttrekking, das bedeutet guter alter Stil mit „early morning teas“. Wie hoch kommt ihr eigentlich?
Es sind zwei Pässe mit rund 5300 m. Aber man geht relativ tief los, so bei 1500 m und kommt so durch alle Vegetationszonen bis rauf in das quasi unbewachsene Hochgebirge.

Sehr viele Trekkings sind inzwischen Lodge-Trekkings, das bedeutet, man kommt abends an eine feste Unterkunft. Was macht den besonderen Reiz eines Zelttrekkings aus?
Zelttrekking ist für mich die Lieblingstrekkingart. Es ist erstens das ursprünglichste Trekking, so ging ja dieses ganze Trekkinggeschäft los. Man ist unterwegs und braucht keine Infrastruktur, man hat alles dabei und muss nicht in irgendwelchen Ortschaften übernachten. Man kann die Zelte aufstellen, wo es landschaftlich schön ist und wo man gerne übernachtet. Man ist längere Zeit mit einer Mannschaft unterwegs, die man dann sehr schön kennenlernt. Eine wunderbare Möglichkeit Verbindung mit den Einheimischen aufzubauen. Und es ist eben auch die Trekkingart, bei der bei den Einheimischen am meisten vom Reisepreis hängen bleibt.

Du hast gesagt, ihr geht über mehrere hohe Pässe, macht ihr auch einen Gipfel auf dieser Tour?
Auf dieser Tour ist eigentlich kein Gipfel vorgesehen. Es kann natürlich sein, wenn sich neben dem Pass  ein „Muggel“ zeigt, dass man ihn besteigt. Aber ein Gipfel ist kein zwingender Bestandteil dieser Tour.

Jetzt bist du ja beim DAV Summit Club auch ein Garant für ein hohes Kulturverständnis. Was erwartet die Teilnehmer im Dolpo?
Das Dolpo ist ja eine ganz abgelegene Region in Nepal und vermutlich die Region, in der die Bön-Religion, also die Vorgängerreligion des tibetischen Buddhismus im Land noch am präsentesten ist. Es gibt dort eine ganze Reihe sehr alter und noch sehr aktiver Bön-Klöster, und eben auch viele unbekannte buddhistische Klöster und da freue ich mich sehr darauf.

Wann findet die Reise statt?
Die Reise findet im September 2015 statt (4.-24.9.2015).

Noch einmal zurück zum Zelttrekking. Was muss ich da persönlich mitbringen, nicht an Ausrüstung, sondern an Interesse, an persönlichem Einsatz?
Die Reise ist vom konditionellen Anspruch eine mittelschwere Trekkingtour, mit Gehzeiten von fünf bis sechs Stunden. An zwei Tagen vielleicht auch acht Stunden Gehzeit verteilt über den ganzen Tag. Ansonsten braucht man eine gewisse Robustheit was die äußeren Umstände anbelangt, man muss sich trauen, da wirklich im Zelt unterwegs zu sein und auch einmal einen kalten Bach als Waschplatz zu akzeptieren. Ausrüstung an sich ist ja heutzutage überhaupt kein Problem mehr, die Begleitmannschaft und das Essen ist hervorragend, alles ist also bestens organisiert. Bleibt also vor allem Lust auf das Land und Lust auf die Leute.

Herzlichen Dank Hans Obermeier!
Interview: DAV Summit Club

Hier geht's direkt zur Reise:
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