Kreta: DAV-Sektion Alpenkranzl Erding unterwegs

Zurück zur Übersicht

Zwei Gruppen der DAV-Sektion Erding beim Insel-Trekking auf Kreta

Tag 1: Anreise und Dorfrunde
Wir landen in Heraklion um neun Uhr Ortszeit (eine Stunde voraus), holen unser Gepäck und suchen unseren Abholdienst vor dem Flughafen. Bus ist da, Abfahrt. Wir fahren die Küste entlang, das Wetter ist gut, wir schauen in die schneebedeckten (he!) Weißen Berge, unser Trekking-Ziel. Wir erreichen unser Hotel in Vamos, das „Palace“. Ein Palast ist es zwar nicht, aber es hat schöne, geräumige Zimmer und die Hotelbesitzer, Leonidas und Eleni, sind sehr nett. Dann machen wir uns auf zu einer ersten „Stadtrunde“, die an der Platia, dem zentralen Platz, gleich wieder mit dem Mittagessen (für die meisten Griechischer Salat) endet. Leonidas, der neben Hotelbesitzer auch Bürgermeister ist, taucht auf und spendiert eine Runde Tsikoudia, einen kretischen Tresterbrand. Wir werden uns schnell an die kretische Schnapskultur gewöhnen …

Tag 2: Dörferwanderung in der Apokoronas
Wir frühstücken im Art Café im Ort mit schöner Aussicht in die Weißen Berge. Dass wir alle gemeinsam kommen, sorgt für etwas Stau am Frühstücksbuffett, aber alle kommen zum Zug. Zurück am Hotel erklärt Sonja die heutige Route und nötige Ausrüstung. Wir werden mit Taxis abgeholt und zum Ausgangspunkt Nippos gefahren. Dort geht es nun los in die grünen Hügel der Region Apokoronas – der zuletzt reichliche und für die Jahreszeit ungewöhnliche Regen hat dafür gesorgt, dass alles grünt und blüht. Die Wanderung führt uns auf verschlungenen Pfaden durch die Landschaft des „Alexis Sorbas“ (hier wurde in großen Teilen der Film gedreht) zunächst nach Vranes (Mittagspause an einem blühenden Hang), dann über Tzitzifes (wo wir den örtlichen Käse in der Käserei probieren – Geschmack na ja) nach Fres. Fürs Abendessen hatten wir uns etwas Besonderes ausgedacht: Fahrt nach Kalives ans Meer und Abendessen in einer Taverne: Gegrillte Ziege.

Tag 3: Bergwanderung von Amoudari nach Anopolis
Heute verlegen wir unseren Standort. Nach dem Frühstück im Art  Café fahren wir zu unserem Ausgangspunkt über die Weißen Berge. Als wir diese erreichen, beginnt es zu regnen … neben der ungewöhnlichen Kälte und dem Wind also auch noch Regen. Aber als wir unseren Ausgangspunkt erreichen, ist die Wolkengrenze genau über uns – und wo wir hingehen, ist blauer Himmel. Na dann … zwar erwischen wir beim ersten steilen Aufstieg durch den Wald mit mächtigen Kiefern und Steineichen noch einige Tropfen, aber das war’s dann auch. Am ersten Plateau nach dem Aufstieg gibt’s dann was zu feiern: Franziska hat Geburtstag und Birgit hat passenderweise einen selbst gebackenen Kuchen mit nach Kreta gebracht: Ein Geburtstagslied für Franziska, ein Danke für Birgit! Wir setzen unseren Weg fort, der sich aber gar nicht leicht finden lässt: Unsere Beschreibung ist manchmal nicht ganz eindeutig. Wir steigen kurzerhand weglos weiter auf und erreichen die (geschlossene) Tauri-Schutzhütte. Trinkpause und weiter geht’s in Richtung Niato-Plateau mit schönem Blick auf den Zweitausender Kastro. Ein weiterer kurzer Anstieg bringt uns auf den höchsten Punkt des Tages; wir steigen weiter ab zu einer Schäfersiedlung und gehen auf der Schotterstraße zum verlassenen Weiler Kali Lakki, wo wir mit schönem Ausblick Mittagspause machen.

Tag 4: Von Agios Ioannis zur Küste nach Agia Roumeli
In der Nacht zogen kräftige Gewitter durch; das Thermometer zeigt unfassbare zwei Grad, in den Bergen liegt bis auf 1100 Meter herunter Schnee. Wie war das mit der warmen Insel im Mittelmeer? Aber Jammern hilft ja nicht (weshalb es auch niemand versucht). Wir ziehen unter Sonjas Führung los, zunächst entlang eines von Steinmauern eingefassten Pfades. Die Sonne wärmt uns jetzt, aber irgendwo müssen wir im Wald den Weg verloren haben. Kurze Positionsbestimmung mit GPS und Karte – Weg wieder da, weiter geht’s. Wir erreichen den Absatz zur Steilküste – und sind überwältigt von der schönen Aussicht (das wussten die Tourenleiter natürlich vorher schon, weshalb heute das Stativ dabei ist, um das Gruppenfoto der Woche zu machen). Man sieht von hier schon Agia Roumeli, unseren Zielort an der Südküste... Wir wandern ausgesprochen schön mal am Strand, mal in den Felsen entlang weiter und erreichen nach zwei Stunden die Ortschaft Agia Roumeli, die nur zu Fuß oder per Schiff erreicht werden kann. Wir checken in das nette Hotel KriKri ein. Die einen gehen zum Baden an den Strand, die anderen trinken was im Hotel-Restaurant, wo wir dann auch gemeinsam Abendessen.

Tag 5: Durch die Samaria-Schlucht
Darauf sind natürlich alle gespannt: Wir durchqueren heute die wohl berühmtetste Schlucht Europas. Aber anders als die meisten, wollen wir von unten nach oben ... wir gehen etwas später los, damit das Licht in der Schlucht besser ist und damit wir dem Hauptansturm von oben etwas aus dem Weg gehen können. Nach etwas mehr als einer Stunde Gehzeit erreichen wir auch schon die berühmteste, weil schmalste Stelle der Schlucht: Sideroportes, die „Eisernen Pforten“. Nur drei Meter ist die Schlucht hier breit, die Steilwände ragen 300m über uns auf. Beeindruckend! Der Weg schlängelt sich durch die engen Passagen, die Schlucht wird mal breiter, dann wieder enger. Touristen, die von oben kommen, begegnen uns; manche in sehr seltsamer Kleidung und
noch seltsamerem Schuhwerk. Wir raten, wie viele Zehennägel wohl schon hier verloren wurden... Der Weg selbst ist allerdings weniger steil als befürchtet und zieht sich in freundlichen Serpentinen dahin. Ein eisiger Wind weht dort oben, nach 1200 Höhenmetern,so dass wir schnell schauen, abgeholt und ins Hotel Exari in der Omalos-Hochebene gebracht zu werden.

Tag 6: Auf den Gingilos
Eigentlich wäre ja heute die Tour zur Katsiveli-Hütte mit Übernachtung dort dran gewesen, aber Kälte und Schnee zwingen uns zum Programmwechsel. So werden wir morgens wieder nach Xiloskalo gefahren und steigen von dort auf den Berg Gingilos. Zeigt sich morgens der Gipfel noch und macht Hoffnung auf einen guten Bergtag, so zieht sich während des Aufstiegs der Himmel immer weiter zu. Wir durchqueren ein spektakuläres Felsentor, steigen etwa 100 Höhenmeter ab, danach zu einer Scharte auf, wo wir kurze Rast einlegen. Am Himmel zeigt sich kurz ein  Bartgeier, aber bis man das Tele rauskramt ... Dann geht es weiter über Felsen mit kleinen Kraxeleinlagen dem 2080 Meter hohen Gipfel zu. Dort bläst der Wind heftig, das Thermometer zeigt drei Grad, die Sicht ist null. So ist es kein Wunder, dass die Gipfelbrotzeit kurz ausfällt ... warme Mütze, Handschuhe, Fleece und winddichte Jacken sind nun die richtige Ausrüstung. Wir kraxeln wieder hinunter, und während dessen wird auch das Wetter allmählich freundlicher. Schließlich reißt es ganz auf – als wir unten am Parkplatz sind. Wir lassen uns abholen und zum Hotel Exari bringen. Und abends hat uns Giorgos, der Hotelchef, den Tisch am offenen Kamin gegeben ...

Tag 7: Durch die Phigou- und Irini-Schlucht
Vom Hotel zum Kirchlein Agios Theodoros; leider lässt uns der Fahrer, der wohl genau so viel Ortskenntnis hat wie wir, an der falschen Stelle raus. Nach 50 Hm merken wir den Irrtum und finden den richtigen Einstieg in unsere heutige Tour. Nach kurzem Stück läuft uns ein Steinhuhn-Paar über den Weg, der sehr schön in ein kleines Tal hinein läuft, das nach einer Abzweigung dann zur Phigou-Schlucht wird. Ein ausgesprochen schöner Abstieg steht nun vor uns; es wechseln sich Engstellen mit schönen Aussichtsplätzen ab. Nach etwa einer Stunde erreichen wir dann den Talboden der Irini-Schlucht und biegen in sie hinein ab. Die Schlucht hat wesentlich mehr Pflanzenbewuchs als etwa die Samaria; riesige Platanen und dann wieder Kiefern wölben ihre Baumkronen über uns. Wir sind eingehüllt vom intensiven Duft der Macchia, Thymian und Salbei senden regelrechte Duftwolken aus. An manchen Stellen verbreitet allerdings auch der Drachenwurz, eigentlich eine schöne Pflanze, ihren Aasgeruch ... Wir durchklettern Engstellen, wandern am Bachbett entlang und erreichen das Kafeneon am Schluchtende, wo wir abgeholt werden. Wir haben uns (je nach Gusto) Bier, Eis oder Saft verdient.

Tag 8: Meer und (fast) Abflug
Am nächsten Tag werden wir abgeholt und nach Kalives an den Strand gefahren; wunderbar, dass unser Flieger so spät geht, dass wir das auch noch machen können. Das Wetter hat sich nun endgültig zu unseren Gunsten entschieden ... das Wasser hat etwa 18 Grad und unglaubliche Farben. Mittags kehren wir in eine der zahlreichen Tavernen am Strand ein; Fisch und Mousaka stehen auf dem Speisezettel. Gegen 15 Uhr werden wir dann zum Hotel gebracht; nochmal duschen, letzte Sachen in den Koffer verpacken und dann holt uns auch schon der Bus ab nach Heraklion zum Flughafen.

Die Tourenleiter Sonja und Hans bedanken sich herzlich bei ihrer tollen Truppe und beim Kooperationspartner DAV Summit Club, der mit der Organisation der Reise wieder ganze Arbeit geleistet hat.
                       

                                                                                                             Hans Sterr

Zuhörige Reise


8 Tage ab € 890
West-Kreta: Auf den schönsten Etappen des berühmten Weitwanderwegs E4

Griechenland: Trans-Kreta

Zur Reise

Ähnliche Reisen


Keine termine verfügbar
Gipfelparade in Epirus zum Götterthron Olymp, 2917 m - 1616

Griechenland: Anspruchsvolle Bergwanderungen

Zur Reise


Keine termine verfügbar
Aphrodite kam nach Zypern – Tageswanderungen im Troodos-Gebirge und auf der Akamas-Halbinsel

Zypern: Leichte Tageswanderungen

Zur Reise

Zurück zur Übersicht