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Nach Monaten der Vorbereitung ging es Anfang Mai mit dem DAV Summit Club zum Bergsteigen an einen der entlegensten Orte dieser Welt...

Denali’s West Buttress - Expedition zum kältesten Berg der Welt

(05.05.2012 – 27.05.2012)


Nach Monaten der Vorbereitung ging es Anfang Mai mit dem DAV Summit Club zum Bergsteigen an einen der entlegensten Orte dieser Welt.
Der Denali (Übersetzt „der Große“) ist mit seinen 6.194 Metern der höchste Berg des nordamerikanischen Kontinents und liegt im Denali Nationalpark in Alaska. Berühmt und berüchtigt ist dieser Berg für seine extremen klimatischen Verhältnisse. Starke Winde, besonders niedrige Temperaturen und starke Niederschläge charakterisieren diesen Berg.
Zusammen mit dem Mauterndorfer Bergführer Rupert Hauer sind wir von Frankfurt nach Anchorage/Alaska-USA geflogen. Den eigentlichen Ausgangspunkt unserer Expedition, den kleinen Ort Talkeetna, haben wir nach wenigen Stunden Autofahrt von Anchorage aus erreicht. In Talkeetna angekommen ging es gleich zur AMS (Alaska Mountaineering School) wo wir die beiden einheimischen Bergführer kennen lernten. Nach Einweisung in die bergsteigerischen Besonderheiten an diesem Berg wurde akribisch die mitgebrachte Ausrüstung kontrolliert und neu verpackt. Bereits am kommenden Morgen konnten wir ein Wetterfenster nutzen und mit einem kleinen Propellerflieger ins Denali Basecamp auf den Southeast Fork des riesigen Kahiltna Gletschers fliegen.
Im Basislager auf 2.200 m angekommen, empfing uns eine atemberaubende Landschaft: wunderschön, kalt und „der Große“ lies sein Wolkenkleid nach und nach fallen.
Bei bestem Wetter, mit vollbepackten Zugschlitten und Rucksäcken haben wir uns nach der ersten Nacht über den Heartbreak Hill hinab auf den weiten Weg ins Lager 1 auf ca. 2.450 m gemacht. Dieses erreichten wir nach ca. 6 Stunden Fußmarsch mit den Schneeschuhen.
Nach kalter Nacht und während des ersten Depotgangs Richtung Kahiltna Pass bekamen wir einen kleinen Vorgeschmack darauf, was es heisst, sich bei  bei schlechtem Wetter ausserhalb der Zelte aufzuhalten.
Am Folgetag haben wir uns auf den Weg ins Lager 2 auf ca. 3.000 m gemacht. Nachdem das Lager stand, das Wetter zunehmend schlechter wurde, war stündliches Freischaufeln der Zelte angesagt. An einen weiteren Aufstieg am nächsten Morgen war nicht mehr zu denken. Somit haben wir einen Pausentag eingelegt.
Nach dem Pausentag konnten wir unseren Aufstieg über den Kahiltna Pass ins sogenannte 11000er Lager auf 3.350 m fortsetzen. Dieses erreichten wir nach ca. 3,5 Stunden Fußmarsch mit den Schneeschuhen. Im Lager 3 am Fuß des Motorcycle Hill angekommen, wurden sofort dicke Mauern aus Schneeblöcken zum Schutz vor schlechtem Wetter um die Zelte errichtet.
Am nächsten Morgen konnte nach kurzem Abstieg bei bestem Wetter das Depot auf 3.000 m ausgegraben und auf die Zugschlitten und Rucksäcke umgeladen werden. Dem bekannten Anstieg des Vortages folgend ging es zurück ins 11000er Lager. Aufgrund des guten Wetters entschieden wir uns dafür, das mitgebrachte Küchenzelt wieder aufzustellen. Ein paar pancakes versüßten die Arbeit am Berg.  
Schon nach einer Woche am Berg konnten wir über den steilen Motorcycle Hill Richtung Windy Corner einen weiteren Depotgang antreten. Windy Corner ist ein vom Wind blankgefegter steiler Gletscherabschnitt und stellt eine Schlüsselstelle im Auf- und Abstieg dar und ist bei schlechten Wetterverhältnissen nicht passierbar.
Am nächsten Morgen wurde zeitig unser Lager abgebaut, auf Schlitten und Rucksäcke verteilt und  erneut sind wir den steilen Motorcycle Hill Richtung Windy Corner hochgestiegen. Am Depot des Vortages vorbei erreichten wir nach einem 6 stündigen Aufstieg das Medical Camp auf 4.350 m. Ein wichtiger Schritt in Richtung Gipfel war uns ohne Probleme gelungen. Im Anblick der umliegenden Eisriesen richteten wir uns wieder häuslich ein und das Lager wurde mit dicken Schneemauern zum Schutz vor Sturm und schlechtem Wetter versehen. Unsere beiden amerikanischen Guides waren sehr zufrieden damit, dass wir die ‚best looking group on mountain’ waren und andere Bergsteiger unser Lager in höchsten Tönen gelobt haben.
In gewohnter Manier stiegen wir am nächsten Tag zusammen mit Rupert ab und gruben das Depot hinter dem Windy Corner aus. Mit vollen Schlitten und schweren Rücksäcken ging es zurück ins Medical Camp.
Über die mit Fixseilen versehene Headwall ging es am darauf folgenden Tag auf den eigentlichen Grat der West Buttress, wo wir in ca. 5.000 m ein weiteres wichtiges Depot errichten konnten.
Bei anhaltend gutem Wetter wurde ein erster Gipfelversuch geplant. Nach zehn Tagen am Berg genossen wir aber erst mal einen sonnigen Ruhetag im Medical Camp und sammelten Kräfte für die kommenden Tage.
Zeitig am nächsten Morgen und bei bitterer Kälte wurden die Zelten abgebaut, die Gruppenausrüstung und die persönliche Ausrüstung in die 100 Liter Rucksäcke verpackt. Mit ca. 20 kg schweren Rucksäcken ging es mit den ersten Sonnenstrahlen die Fixseilpassage auf den Grat der West Buttress wieder hinauf und dem Gratverlauf folgend ins High Camp auf 5.250 m.
Ein wunderschöner Sonnenuntergang über den Wolken ließ uns die Anstrengungen des Tages sofort wieder vergessen.

Gipfeltag 20.05.2012
Mit den ersten Sonnenstrahlen sind wir gegen 10:00 Uhr morgens die steile Eisflanke Richtung Denali Pass hochgestiegen. Vorbei an Weather Meter und Archdeacons Tower fiel die Temperatur zwischenzeitlich auf -30° C und der Wind nahm kräftig zu. Erst beim Passieren des riesigen Football Fields ließ der Wind wieder nach und die Temperaturen stiegen auf milde -23° C an. Gegen 19:30 Uhr erreichten wir das Kahiltna Horn (Vorgipfel) und uns trennte nur noch der Gipfelgrat vom Dach Amerikas. Um 20:00 Uhr konnten wir uns auf dem Gipfel des Denali in die Arme fallen und auf eine unbeschreiblich herrliche Szenerie hinabschauen.
Für den Abstieg hatten wir uns das Ziel gesetzt, ins High Camp (letztes Hochlager) abzusteigen, dort eine Nacht zu verbringen und dann in einem Zug bis ins Basecamp abzusteigen. Im High Camp angekommen krochen wir gegen 01:30 Uhr ohne Abendessen aber überglücklich in die warmen Schlafsäcke. Gegen Mittag des folgenden Tages wurde zusammengepackt und der Abstieg angetreten. Nach einer ausgiebigen Rast im Medical Camp sind wir gegen Abend weiter abgestiegen und erreichten um 05:00 Uhr morgens nach einem einstündigen letzten Gegenanstieg über den Heartbreak Hill das Basecamp. Die letzten Stunden der Nacht haben wir unter freiem Himmel in den warmen Schlafsäcken verbracht bevor uns der erste Flieger um 09:00 Uhr nach Talkeetna und in den Frühling von Alaska geflogen hat.
Eine ungewöhnliche und äußerst beeindruckende Reise hatte damit ein gutes und erfolgreiches Ende gefunden. Wir sind nicht nur gemeinsam auf dem Gipfel gestanden, sondern konnten nach all den Anstrengungen und Strapazen auch noch in herzlicher Freundschaft mit dem einen oder anderen Bierchen anstoßen. Nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit.
Wir Teilnehmer bedanken uns bei der Alaska Mountaineering School, beim DAV Summit Club und bei Rupert Hauer für die perfekte Organisation und gewissenhafte Durchführung dieser eindrucksvollen Reise.

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