20.05.2015
Nepalesisches Tagebuch #01: Kathmandu - erste Eindrücke

Das Team des DAV Summit Club ist in Nepal angekommen, um gemeinsam mit Partnern und Freunden in Kathmandu erste Schritte zu planen, wie sich die bevorstehende Herbstsaison gestalten lässt. In Nepal bedeutet Trekking und Bergsteigen Arbeit, Hoffnung und Zuversicht, und genau das ist gefragt in dieser Situation.

Ankunft am Flughafen
„Der erste Eindruck ist bedrückend, aber auch etwas weniger dramatisch, als wir das persönlich befürchtet hatten. Beim Anflug auf den Flughafen sieht man zunächst kaum die Schäden an den Gebäuden. Der Flughafenbetrieb läuft überraschend normal, die Einreise ist zügig und am Flughafengebäude sind außer ein paar Rissen im Fußboden für uns keine großen Schäden auszumachen. Vereinzelt  sind Rucksacktouristen zu sehen, ansonsten war das Flugzeug voll mit zurückkehrenden Gastarbeitern und vor allem mit den unterschiedlichsten internationalen Hilfskräften…“

Fahrt durch Kathmandu
„… Bei der Fahrt durch Kathmandu haben wir den Eindruck, dass das normale Leben in die Stadt zurückkehrt. Es ist Leben auf den Straßen, Kinder spielen, Menschen lachen, die Geschäfte sind offen, Mopedfahrer und diverse Tiere bereichern den Verkehr. Was das Verkehrsaufkommen anbelangt ist es relativ ruhig, sicherlich geschuldet durch die etwa 300.000 Einwohner, die momentan bei Ihren Familien auf dem Land sind. Die Schulen sind zurzeit noch geschlossen und öffnen zum ersten Juni wieder. Auch etliche Büros fahren zurzeit noch auf Sparflamme, um den Mitarbeitern zu ermöglichen, sich um Ihre dringlichsten Angelegenheiten zuhause zu kümmern. Vom Beben am stärksten betroffen sind alte Häuser und schnell und billig hochgezogene Hochhäuser aus den letzten Jahren. Freistehende Gebäude sind stärker betroffen als sich gegenseitig stützende Bauten im urbanen Zentrum.“

Die Herbstsaison vorbereiten
Die ersten Gespräche mit unseren Partnern und Freunden vor Ort gingen natürlich über die Lage im Land, waren aber auch sehr zielgerichtet schon über die zu erwartende Tourismusentwicklung. Zwei Informationsquellen werden sicherlich entscheidend sein: Zum einen gibt es eine internationale Expertenkommission, die gerade dabei ist die Trekkingwege zu checken und zu evaluieren. Der erste Check läuft gerade, ein zweiter wird nach dem Monsun stattfinden. Zusammen mit den direkten Erfahrungen unserer Guides vor Ort ermöglicht es definitiv eine relativ zuverlässige Aussage über Zustand und Sicherheit der Wege. Darüber hinaus gibt es staatliche und private Prüfer, die den Zustand von Gebäuden evaluieren und diese freigeben. Das Standorthotel des DAV Summit Club in Kathmandu hat das Prüfsiegel bereits erhalten. Trotzdem ist es notwendig, sich selbst ein Bild zu machen. Vielleicht sind dies schon die ersten Schritte in die kommende Herbstsaison. Neben der dringenden Soforthilfe ist es vor allem Arbeit, die in Nepal gebraucht wird, für den Wiederaufbau und für das alltägliche Leben. Die Arbeit im Tourismus, beim Trekking und in den Bergen ist für sehr viele Familien das Haupteinkommen. Deswegen sind wir hier mit unserer Solidarität gefragt, als Bergwanderer und Bergsteiger, vor allem aber auch als Bergkameraden.

Lesen Sie im nächsten Tagebucheintrag
Derzeitige und zukünftige Hilfsmaßnahmen.