Rund um den Achttausender Manaslu

Zurück zur Übersicht

Heute beginnt das Trekking!
Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase in einem schönen und ruhigen Hotel außerhalb der Stadt und einer ganztägigen Besichtigungsrunde durch das Kathmandutal  wurden wir gestern in langer Bus-Fahrt aus der quirligen Hauptstadt hierher ins verschlafene Städtchen Arughat geschaukelt.
Ich kenne die „Manaslu-Runde“ schon vom letzten Jahr und freue mich sehr, sie heuer noch einmal – und erstmals als Lodge-Trekking - führen zu können. Diese große Rundtour führt in 17 Trekkingtagen von 550 m bis hinauf auf 5135m und wieder hinunter bis 840m, alle Vegetationszonen zwischen den Subtropen und dem ewigen Eis werden so zweimal durchwandert.


Es ist schwül und heiß! Wir schwitzen uns die ersten 4 Tage in ständigem Auf und Ab durch das Siedlungsgebiet der Gurung: kleine Ortschaften, saubere Häuser mit vorspringenden Dächern und glatt gestrichenen Lehmöfen darunter, ausgedehnte Reis- und Hirse-Terrassen, die sich beidseits des Budhi Gandaki auch weit die steilen Hänge hinauf ziehen. Diesem tosenden, oft tief in seine Schlucht eingegrabenen Fluss folgt ein alter Handelsweg in das obere Tal und bis hinüber nach Tibet: den kleinen Karawanen mit schwer bepackten Pferden, Maultieren und Eseln lassen wir da gerne den Vortritt. In Jagat müssen wir unser Permit für die „Manaslu Conservation Area“, deren Grenze wir hier überschreiten, vorlegen. Der Hinduismus weicht schrittweise dem Buddhismus, die bunten Saris der Gurung-Frauen werden von den dunklen Kleidern mit gestreiften Schürzen der Tibeterinnen abgelöst, Mani-Mauern, Chörten und einfache Bruchsteinhäuser mit Schindeldächern bestimmen jetzt die Dörfer.


Direkt zu Füßen des 7000ers Shringi Himal wendet sich das Tal nach Westen. Die grünen Reis- und Hirseterrassen sind kleinen Feldern mit hellgelber Gerste und Buchweizen gewichen, goldgelbe Maiskörner sind überall zum Trocknen ausgelegt.
Am letzten Anstieg vor Namrung durch einen lichten, flechtenbewachsenen Wald sitzt plötzlich eine Affenherde mitten am Weg – unerwartet große Tiere mit hellgrauem Fell und langem Schwanz, die uns mit ihrem dunklen Gesicht bald neugierig nachschauen, als wir unsere nächste Lodge ansteuern. Auch sie ist, wie meist auf unserer Route, recht „rustikal“ und bei Weitem nicht mit dem Komfort klassischer Lodge-Destinationen wie Khumbu-Gebiet oder Annapurna-Runde vergleichbar. Rinzi, unser immer verschmitzter Koch, verzieht sich sofort in die einfache Lodge-Küche und übernimmt dort die Regie für die Zubereitung unseres Abendessens. Wir beziehen unsere Grundverpflegung immer von den Lodges, reichern sie bei Bedarf durch vor Ort zugekauftes Gemüse usw. an und werden so immer mit einfachem, landestypischem aber sehr schmackhaftem, gut verträglichen und abwechslungsreichen Essen versorgt. Ich finde es zudem im Sinne eines sozialverträglichen Reisens ideal, dass wir auf diese Weise die meist im Nebenerwerb betriebenen Lodges und Teashops direkt unterstützen - nicht nur aus diesem Grund nutzen wir gerne das Angebot an isotonischem Fitnessgetränk (sprich Bier der Marke Everest) und Softdrinks!


Nach dem Frühstück mache ich mich mit unserem Sirdar Noresh auf, um die „Schlüsselnonne“ der alten, versteckt mitten im Dorf liegenden Gompa zu suchen. Bereitwillig sperrt sie uns die ca. 700 Jahre alte, nur noch sporadisch genutzte Gompa auf. Wie schon letztes Jahr sind alle ganz begeistert von dem stimmungsvollen, mit feinsten Holzmalereien und eindrucksvollen Statuen geschmückten Gebetsraum. In aller Ruhe können wir uns umschauen und fotografieren und ich freue mich, dass auch das „heitere Bodhisattva-Raten“ der Teilnehmer aufgrund meiner mehrfachen, abendlichen Informationsrunden über den Buddhismus durchaus beachtliche Ergebnisse bringt.
Wir folgen unseren flotten und freundlichen Trägern, die mit unserem Gepäck schon vorausgegangen sind. Wie immer geht der Koch voraus und Noresh macht den Lumpensammler, so dass jeder nach Lust und Laune gemütlich sein Tempo gehen und fotografieren kann. Und das lohnt sich wirklich! Kurz bevor wir bei Lho die 3000m-Grenze erreichen, taucht urplötzlich der 8000er Manalsu über den dichten Nadelwäldern auf.


Auf dem Weiterweg nach Sama weitet sich nun das Tal, grasende Yaks bevölkern die Ebene, die Kartoffelernte ist in vollem Gange. In diesem typischen Tibeterdorf zu Füßen des Manaslu verbringen wir zur Verbesserung der Höhenakklimatisation 2 Nächte; dies gibt uns die Gelegenheit zu dem absolut lohnenden und landschaftlich spektakulären Tagesausflug in das Basislager der Manaslu-Erstbesteiger. Und am Abend spazieren wir noch hinauf zur alten Sama-Gompa, in der wir an einer einfachen, aber sehr stimmungsvollen Abend-Puja teilnehmen dürfen, ehe uns der im Vollmond erstrahlende Manaslu den Weg zurück zum Abendessen beleuchtet. Auch in Samdo, nur noch wenige Kilometer von der tibetischen Grenze entfernt,  übernachten wir zweimal und können den Ruhetag zur Besteigung eines technisch einfachen 5000ers mit grandioser Rundumsicht auf die wilden Gletscher und Gipfel des Himal Chuli, Manaslu, Larkya Himal und Samdo Peak nutzen.


Bestens akklimatisiert stehen wir jetzt vor der „Schlüsselstelle“ unserer Tour. Der Larkye-Pass ist auf jeden Fall ein harter Brocken! Der Aufstieg beginnt sehr früh, er führt zuletzt auf Steigspuren über einen eindrucksvollen Tot-Gletscher und es vergehen sicher gut  5 Stunden in atemberaubender Bergkulisse, bis auf der Passhöhe mit beeindruckenden 5135m die mitgebrachten Gebetsfahnen aufgespannt werden. Und auch der Abstieg zieht sich! Das steile, lockere  Moränengelände erfordert volle Konzentration und erst nach 3 – 4 Stunden sitzen wir müde aber zufrieden in der etwas verrauchten Wohnküche der einfachen Lodge in Bimtang und schlürfen unseren heißen Tee.


Auf unserem weiteren Abstieg können wir noch die Westseite des achthöchsten Berges der Erde und Zentrum unserer Rundtour bestaunen. Durch die alten, märchenhaft mit dichten Flechten bewachsenen Himalaya-Tannen und baumhohen Rhododendren blitzen wilde, grellweiße Gletscherbrüche. Entlang des milchig schäumenden Dudh Khola erreichen wir in 2 Gehtagen Dharapani,  treffen hier auf die bekannte Annapurna-Runde und genießen wieder die erste „Hot Shower“.
Auf den beiden letzten Trekkingtagen entlang des Marsyandi River tauchen wir wieder ein in die üppige subtropische Vegetation - Bananenstauden, baumhohe Christsterne, die Reisernte hat begonnen. Im üppigen Garten unserer Lodge in Bhulbhule endet unser Trekking. Unsere großartige Begleitmannschaft, mit dem erfahrenen Sirdar Noresh, dem „Lodge-Erkundungs- und Reservierungs-Sherpa“ Gombo, dem frechen Koch Rinzi (weil er mich immer „Opa-Sahib“ nennt) und den acht starken und immer freundlichen Trägern, erhält ihre wohlverdienten Trinkgelder. Und morgen schaukeln wir dann zurück ins Kathmandutal und werden dort mit Besichtigungen von Bhaktapur und Patan sowie letzten Souvenirkäufen, sicher auch etwas wehmütig, diesen eindrucksvollen Nepalurlaub beenden.

Zuhörige Reise


20 Tage ab € 2595
Die Manaslu-Runde – Lodge-Trekking im Mansiri Himal

Nepal: Die Manaslu-Runde: Lodge-Trekking im Mansiri Himal

Zur Reise

Ähnliche Reisen


26 Tage ab € 3395
Das verborgene Nepal – Pionierreise in das alte Königreich Tsum

Nepal: Einsames Tsum Valley - Zelttrekking im Ganesh Himal

Zur Reise

Zurück zur Übersicht