Vom Grundkurs Fels und Eis zum Achttausender

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Vor über 15 Jahren...

Nach einem herrlichen Klettertag im Wilden Kaiser steigen Luis und ich zum Parkplatz an der Wochenbrunner Alm ab. Die Gaudeamushütte liegt im abendlichen Sonnenlicht vor uns und lädt zum Verweilen ein. Bei ihrem Anblick denke ich fast ein bisschen wehmütig an den Beginn meiner „Bergsteiger-Karriere“ zurück: Vor über 15 Jahren habe ich hier bei einem Grundkurs Fels & Eis vom DAV Summit Club mit dem Klettern begonnen.

Wie alles begann
Ich lebte damals noch in Hamburg, meiner Geburtsstadt, und wollte nach dem Abitur Urlaub in den Alpen machen. Meine Freundin Sandra war schon als Schülerin immer in den Ferien mit ihren Eltern in den Bergen. Sie drückte mir den Summit Club Katalog in die Hände. In  dieser „Bibel des Bergsteigens“ schmökernd verbrachte ich die nächsten Abende auf  dem Sofa. Ich war beeindruckt, was es alles für Kurse und Reiseziele gab! Wenig  später war der Kombikurs Fels & Eis gebucht...und seitdem bin ich leidenschaftliche Bergsteigerin.

Bergsteigerlehrjahre
Es folgten viele wunderbare Bergsteigerlehrjahre in den Alpen mit und ohne Summit Club. Beim Klettern in den Dolomiten lernte ich Birgit kennen. Mit ihr zusammen gelangen mir  Hochtourenklassiker wie Palü-Ostpfeiler, Lenzspitze Nordostwand, Dent Blanche oder der Biancograt. Mit meiner Freundin Bernadette war ich oft im Wilden Kaiser beim Klettern. Vom Toten Gebirge bis zur Dauphiné habe ich viele klassische Skidurchquerungen der Alpen kennengelernt. Nichts von alle dem möchte ich missen.

Beginn einer Leidenschaft
Das hätte ewig so weiter gehen können, wenn ich nicht 1998 im Studium Luis kennengelernt hätte. Er hat damals schon für den DAV Summit Club geführt und die Expedition zum  Aconcagua in Südamerika unter seiner Leitung stand kurz bevor. „Fährst Du mit?“ fragte er mich kurzerhand. Ich war erst gar nicht so begeistert, ich hatte doch noch Tausend Ziele in den Alpen! Aber dann dachte ich mir, ausprobieren kann ich das ja mal. Mir ging es damals gleich gut in der Höhe und fortan teilten Luis und ich nicht nur „Esstisch, Bett und Kletterseil“, sondern auch unsere große gemeinsame Leidenschaft, das Höhenbergsteigen.

Der Weg ist das Ziel
Seither waren wir auf zwölf Expeditionen gemeinsam unterwegs, oft ist Luis dabei Expeditionsleiter für den DAV Summit Club und ich begleite ihn. Zehn der Expeditionen waren erfolgreich, wenn man Erfolg = Gipfelbesteigung setzt. Aber gerade Erlebnisse wie zum Beispiel am Pumori, wo wir einem durch Fixseilriss abgestürzten Climbing Sherpa das Leben retten konnten, was letztendlich den Gipfel kostete, haben mich geprägt. „Soll sein oder soll nicht sein“ ist meine Devise. Ehrgeiz ja, Gipfel ja, aber es muss auch Zeit bleiben, fremde Kulturen und Religionen kennen zu lernen. Der Weg ist das Ziel.

Expeditions-Highlights
Ich habe mich langsam und stetig gesteigert, nicht gleich „von Null auf  Hundert“ - von der Zugspitze auf  den Nanga Parbat. Ich habe viele Sechstausender und einige Siebentausender bestiegen, ehe in mir der Wunsch reifte, einen Achttausender zu versuchen. Auch niedrigere Berge haben ihren Anspruch. Ein Highlight war für mich sicherlich die Aconcagua-Südwand am höchsten Berg Amerikas, die ich mit Luis im Januar 2001 durchstieg - die erste deutsche Damenbegehung. 2002 war die Skiabfahrt vom Mustagh Ata in China ein besonderes Erlebnis: Auf über 7000m hatten wir perfekten Firn, unter uns die Takla-Makan-Wüste. 2004 habe ich Nepal kennen und lieben gelernt: Die Ama Dablam ist für mich nach wie vor der schönste Berg der Welt. Der Mount McKinley im Jahr 2005 war sicherlich mein kältester Expeditionsberg. Diese Weite der Gletscher in Alaska hat mich tief beeindruckt. Aber auch die Reisen nach Peru zum Huascaran, nach Kirgisistan zum Pik Lenin oder nach Kasachstan zum Khan Tengri waren ganz besonders schön.

Erst nach zahlreichen Erfahrungen in der Höhe fühlte ich mich bereit für die „ganz Hohen“ dieser Erde. Heute bietet der DAV Summit Club spezialisierte Vorbereitungskurse und Trainingsexpeditionen an, die einem den Weg etwas verkürzen können und systematisch das Rüstzeug fürs Expeditionsbergsteigen vermitteln.

Einen besonderen Stellenwert wird immer mein erster Achttausender haben, der Gasherbrum II, den wir 2006 bestiegen – meine erste Reise nach Pakistan. Und natürlich der Nanga Parbat im Jahr 2008, der „Deutsche Schicksalsberg“. Hier konnte ich als zweite Deutsche überhaupt den Gipfel erreichen, ebenso wie am Dhaulagiri 2009. All diese unvergesslichen Erlebnisse hüte ich wie ein Schatzkästchen.

Heute blicke ich ein wenig stolz auf drei bestiegene Achttausender und Sandras kleiner Sohn Maximilian ist mein größter Fan. Nach jedem Achttausender malt er mir ein Bild: Von den  Hochlagern am Gasherbrum II, von der fixseilversicherten Kinshoferwand am Nanga Parbat, vom Dhaulagiri in Nepal. Bei jedem Bild muss ich ein wenig schmunzeln, denn seine Mama ist „Schuld“ an meiner Bergsteigerkarriere. Und wer weiß, vielleicht kommt noch das ein oder andere Bild dazu. (Bergsteiger-) Träume habe ich jedenfalls genügend.

                                                                                             Alix von Melle

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